Video: Reizgas-Attacke im Motorama - 94 Verletzte

München - In einer Ladenpassage beim Gasteig sind 94 Menschen so schwer verletzt worden, dass sie in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Die Polizei hat am Mittwoch bestätigt, dass es sich um einen Angriff mit Pfefferspray gehandelt hat.

Ein unbekannter Täter hat am Dienstagmittag mit Pfefferspray in der Haidhauser Einkaufspassage Motorama herumgesprüht. Die Konsequenzen waren immens: Dutzende zumeist jugendliche Besucher klagten gegen 13.30 Uhr plötzlich über Augenreizungen und Hustenbeschwerden. Insgesamt wurden 94 Personen zur Kontrolle in umliegende Kliniken gebracht.

Nach Angaben der Feuerwehr ereignete sich der vermutliche Anschlag im Untergeschoss der Passage, nahe dem Eingang zum dortigen Hit-Markt. Ein Döner-Verkäufer berichtete, dass plötzlich eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen gleichzeitig zu husten begann, sich die Augen rieb und dann auseinander lief. Aus dieser Gruppe will jemand auch den mutmaßlichen Täter gesehen haben. Bestätigen konnte dies die Polizei am Dienstag nicht. Festgenommen wurde niemand, hieß es.

Bilder: Pfefferspray-Attacke am Gasteig

Letztlich können die Rettungskräfte nicht einmal mit Sicherheit sagen, dass es sich tatsächlich um ein Reizgasspray gehandelt hat. Die Feuerwehrmänner konnten beim Eintreffen zwar selbst noch leichte Auswirkungen feststellen, erste Luftmessungen vor Ort verliefen jedoch ohne Ergebnis. Zur genauen Bestimmung des Stoffes wurde darum die sogenannte Analytische Task Force der Feuerwehr angefordert. Diese nahm Proben, konnte aber zunächst auch noch keine sichere Aussage über die Ursache machen.

Unterdessen hatte ein Großaufgebot der Rettungsdienste die medizinische Erstversorgung der Verletzten übernommen, unter denen sich zahlreiche Schüler einer benachbarten Schule befanden. 93 Personen wurden mit Rettungswagen, den Großraumrettungswagen der Berufsfeuerwehr sowie Bussen der Münchner Verkehrsbetriebe in Krankenhäuser gebracht. Zu schweren Verletzungen war es jedoch nicht gekommen. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Massiv waren die Auswirkungen auf den Verkehr: Wegen des Rettungseinsatzes war die Rosenheimer Straße stadtauswärts zwischen Hoch- und Franziskanerstraße gesperrt. Es kam bis etwa 16.30 Uhr zu Behinderungen.

Sven Rieber

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