Pfingstpredigt: Marx warnt vor Rechthaberei

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Der Münchner Erzbischof warnt vor Rechthaberei und mahnt zu Offenheit und Gesprächsbereitschaft

München - Zu Pfingsten predigte der Münchner Erzbischof Reinhard Marx für internte Offenheit und Gesprächsbereitschaft. Einige Kollegen schlagen in eine ähnliche Kerbe.

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx hat in seiner Pfingstpredigt am Sonntag zu Offenheit und Gesprächsbereitschaft innerhalb der Kirche aufgerufen. Er warnte im Münchner Liebfrauendom vor Rechthaberei, dem “Verharren in den eigenen liebgewordenen Vorstellungen“, Berechnung und Besitzstandswahrung - aber auch der blinden Anpassung an den Zeitgeist.

“Gerade im Blick auf die Wege des Gesprächs, die wir in den Bistümern und auch auf der Ebene der katholischen Kirche in Deutschland versuchen wollen, brauchen wir die Bereitschaft zuzuhören, die Sprache des anderen verstehen zu lernen und die Offenheit, miteinander zu sprechen“, mahnte der Kardinal.

Marx erwartet mit Blick auf das Dialogforum der Deutschen Bischofskonferenz in Mannheim am 8. und 9. Juli einen echten Austausch. “Dann können wir in der aktuellen Herausforderung der Kirche sagen: Wo Menschen fähig werden, neue Sprachen zu sprechen, wo die Vielfalt des Zeugnisses nicht zur Verwirrung, sondern zum gegenseitigen Verstehen führt, da ist Gottes Geist am Werk.“

Ludwig Schick, Erzbischof in Bamberg, hat in seiner Pfingstpredigt zur Überwindung von Hass und Gewalt und Einsatz für Integration aufgerufen. “Als Christen und Kirche dürfen wir nicht an unseren eigenen Problemen und Schwierigkeiten hängenbleiben“, sagte er laut Mitteilung des Bistums. Er verwies unter anderem auf Afghanistan, die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Nordafrika und Teilen Asiens. “Und auch bei uns in Deutschland nimmt der Frieden nicht zu, sondern die Gewalttätigkeiten“ beklagte Schick.

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann rief die Gläubigen auf, auch und gerade in Zeiten der Verunsicherung für den eigenen Glauben einzutreten. “Unsere Mitmenschen sind nicht nur durch den Umbruch der Gesellschaft und die negativen Schlagzeilen über die Kirche verunsichert“, sagte Hofmann laut Predigttext im Würzburger Kiliansdom. “Sie warten auf glaubwürdige Menschen, die - im wahrsten Sinne des Wortes - begeistert den Glauben verkünden und leben“. Auch der Passauer Bischof Wilhelm Schraml appellierte am Pfingstfest, für christliche Werte einzutreten. Christen dürften nicht Zuschauer sein.

Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich mahnte in der Münchner Matthäuskirche zu Nächstenliebe, dem Engagement für andere und Hilfe für die Christen im Nahen Osten. Wenn persönliches Engagement fehle, bekomme das Christsein keine Nahrung mehr und es drohe “Stagnation und Abstumpfung“, warnte der Landesbischof.

Zu Pfingsten, 50 Tage nach Ostern, feiern Christen aller Konfessionen die Aussendung des Heiligen Geistes, der nach der Apostelgeschichte auf die in Jerusalem versammelten Jünger Jesu herabkam und sie aussandte, die Geschichte Jesu zu verbreiten. Daher gilt das Pfingstfest auch als Geburtstag der christlichen Kirche.

dpa

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