Die Spülung hängt zu tief

Pfusch! Meine Toilette ist ein Albtraum

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Das Kreuz mit dem Klo: Die Handwerker haben den Spüler viel zu tief montiert. Für Irmgard Klöck ist das beschwerlich.

München - Das Problem von Irmgard Klöck (78) begann, als sie im Frühsommer nach 40 Jahren Mietzeit um eine neue Kloschüssel bat. Ihre Vermieterin, die Gewofag Wohnen GmbH, kam ihrem Wunsch nach. Doch dann folgte der Ärger.

Die Handwerker wechselten ein Absperrventil aus und brachten danach den Druckspüler für das WC in nur 60 Zentimetern Höhe an, also zehn Zentimeter höher als die Kloschüssel. Die Wand hinter dem Klo ließen sie ungestrichen, auch die weggerissene Tapete erneuerten sie nicht. Seit dem muss sich die Rentnerin bei jedem Tolilettengang ärgern - ja, es geht soweit, dass sie sogar nachts von dem Problem träumt. Denn schließlich ist sie mit 78 Jahren nicht mehr die Jüngste und empfindet es deshalb um so mehr als Zumutung, dass sie sich jetzt bei jedem Spülen tief hinunterbeugen muss. Und dazu noch die scheußliche graue untapezierte Wand.

Ihr Sohn Helmut Müller, selbst Handwerkmeister, nahm sich des Problems seiner Mutter an und versuchte bei der Gewofag zu erreichen, dass die Spülung höher angebracht wird - zuvor war sie in 105 Zentimetern Höhe - und die Wand hinter dem WC wieder tapeziert wird. „So ist das doch ein Witz! Die neue Kloschüssel sieht zwar besser aus als die Alte, aber der Rest ist ein Albtraum!“, ärgert er sich. Am 30. Juli schickte die Gewofag Handwerker, um sich das Malheur anzuschauen. „Aber die sagten mir ins Gesicht, dass das jetzt so bleibt, weil die Spülung schließlich funktioniert“, sagt Müller. Er gab nicht auf und schrieb weitere Briefe an die Gewofag. Für den Dienstag hat die zuständige Sachbearbeiterin ihren Besuch angekündigt, um sich das Ärgernis selbst anzuschauen.

„Das finde ich sehr gut, dass die Gewofag hier offenbar einlenken will“, sagt Anja Franz, Sprecherin des Mietervereins München. Sie betont aber, dass Irmgard Klöck auch einen Anspruch darauf hat, dass die Toilette nach der Renovierung genauso sein muss wie vorher und ganz normal benutzbar. „Der Vermieter darf nicht einfach den Zustand verschlechtern“, sagt sie. Man könne auch darüber nachdenken, ob nicht auch eine Mietminderung angebracht wäre. „Dazu muss der Wohnwert massiv beeinträchtigt sein“, erklärt Franz. Ob das allerdings ein Richter in diesem Fall so sehen würde, könne man nicht mit Sicherheit vorhersagen. Bei der Gewofag will man sich des Problems aber jetzt annehmen, nachdem sich die tz einschaltete. „Wir haben bei uns ein Budget, das speziell für Senioren bestimmt ist, um die Wohnungen deren Bedürfnissen anzupassen“, sagte eine Gewofag-Sprecherin zur tz. Sie sei zuversichtlich, dass sich die tz-Leserin bald nicht mehr ärgern müssen, wenn sie ihr Badezimmer betritt.

Susanne Sasse

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