Acht Monate im Bürokratie-Stau

Philippinische Pfleger: Endlich sind sie da!

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Angekommen: Die Altenpfleger von den Philippinen.

München - Man hat sie in Münchner Seniorenheimen so dringend erwartet – und ihre Fachkenntnis haben sie eineinhalb Jahre lang in der Schweiz bewiesen. Jetzt sind sie endlich da.

Doch bevor 18 philippinische Altenpfleger und Altenpflegerinnen ihre neue Arbeitsstelle bei der Inneren Mission München antreten konnten, haben sie acht Monate lang auf ihre Anerkennung durch die deutschen Behörden warten müssen. Jetzt sind sie endlich da.

„Grüß Gott, Grüezi, Maligayang pagdating!“ Am Freitag begrüßte Günther Bauer, Vorstand der Inneren Mission München, die ersten zwölf Pfleger nach einer 30-stündigen Anreise am Flughafen mit Wiesnherzen und Sonnenblumen: „Wir brauchen Ihre Hilfe ganz dringend.“

Die Fachkräfte beginnen ihren Dienst in den Pflegezen-tren der Inneren Mission am 1. Oktober – acht Monate später als ursprünglich geplant. Bis Ende 2013 hatten die Asiaten in der deutschsprachigen Schweiz gearbeitet, mussten dort aufgrund der Schweizer Gesetze nach 18 Monaten wieder ausreisen. Die Pfleger hätten am 1. Februar in München anfangen können – wenn sich das behördliche Genehmigungsverfahren nicht so lange hingezogen hätte. Dabei haben sie alle einen Bachelor-Abschluss im Fach „Nursing“ (deutsch: Pflege). Und sie beherrschen die deutsche Sprache bis zum „B2-Level“, wenn auch jetzt mit etwas Schweizer Einschlag.

Dass die Anerkennung so lang dauerte, stinkt Bauer: „Es kann nicht sein, dass bei einem anerkannten Mangelberuf bei uns so ein Aufhebens gemacht wird.“ Politik und Behörden „könnten den Trägern schon mehr Verantwortung zutrauen, dass sie sich fachlich qualifiziertes Personal aussuchen“.

Die Regierung von Oberbayern muss prüfen, ob die Abschlüsse der Philippinen den deutschen Vorgaben entsprechen. Dabei wird die Behörde von Anträgen überrollt. Waren es 2008 noch 212 Anträge, schnellte die Zahl bis 2013 auf 725 hoch. Anfang September hatte Regierungsvize Maria Els in der tz versprochen, dass zwei neue Stellen für die Anerkennung von Pflegediplomen zusätzlich besetzt werden sollen, das würde die Anerkennungszeit um zwei Monate verkürzen.

J. Welte

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