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Stadt verleiht PhönixPreis 2014

Einwanderer werden zu Unternehmern

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Preis von Josef Schmid (3.v.l., v.l.): Muamer Babajic, Kanako Okada, Hilary Hamilton-Gibbs (Hamilton Services), Ernst Schembera (Schembera GmbH) sowie Zuzana und Robert Erby.

München - Eine gute Idee ist ­bekanntlich Gold wert: Das sieht auch die Stadt München so – und zeichnete am Dienstag fünf Unternehmen mit Migrationshintergrund aus. Die tz stellt drei Preisträger vor.

Der PhönixPreis würdigt herausragende wirtschaftliche Leistungen sowie das gesellschaftliche und soziale Engagement von Migrantenunternehmen. Die Gewinner erhalten jeweils eine Trophäe, die der Münchner Künstler Andreas Ohrenschall entworfen hat, sowie Preisgelder in Höhe von insgesamt 5000 Euro.

Bürgermeister Josef Schmid (CSU) lobte die Gewinner bei der Verleihung ausdrücklich: „Unternehmerinnen und Unternehmer mit Zuwanderungsgeschichte leisten einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts München und seiner Stadtgesellschaft“, so der Politiker. Und der CSU-Mann ergänzt: „Der PhönixPreis macht die unternehmerischen Leistungen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sichtbar.“

So stammt der Preisträger für Sterilisationsgeräte, Ernst Schembera, aus der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik. Bei der von der Neuseeländerin Hilary Hamilton-Gibbs gegründeten Hamilton Services GmbH (einer Firma, die Verlage berät), arbeiten gar Menschen aus acht verschiedenen Nationen.

Die tz stellt drei Preisträger vor.

Ein Traum wird wahr

Kanako Okada war schon als Kind Torten-Fan. Jetzt macht sie sie selbst.

„Kuchen machen glücklich“ – schon als Kind träumte die Japanerin Kanako Okada (40) davon, in Europa zu leben. Außerdem liebte sie europäische Torten. 1995 landete sie mit einem großen Koffer in München, aß den ersten ersehnten deutschen Erdbeerkuchen – und begann eine Lehre als Konditorin im Hotel Vier Jahreszeiten.

Nach der Geburt der Tochter konnte sie mit einem Kindergartenplatz in der Tasche die Meisterschule für Konditorei besuchen, die sie mit dem „Meisterpreis der Bayerischen Wirtschaft“ abschloss. 2005 gründete Okada ihre eigene Konditorei in der Erzgießereistraße (Maxvorstadt).

Schon bald wurden es dort zu eng: Konditorei und Café Tanpopo (japanisch: Löwenzahn) zogen in die Maillingerstraße nach Neuhausen. Dort kann man Kanako Okada und ihren sieben Beschäftigten in einer offenen Backstube zuschauen, wie sie liebevoll und detailfreudig Tartes, Pralinen und asiatische Süßigkeiten zaubern.

Das bosnische Stehaufmännchen

In seiner Heimat herrschte Krieg, doch Muamer Babajic (34), Sohn bosnischer Eltern, kämpfte sich in München nach oben: Nach Haupt- und Realschule mit anschließender kaufmännischer Ausbildung machte er das Abi auf dem zweiten Bildungsweg, studierte BWL, gründete 2009 die Masterwerk GmbH.

Mit einem energiesparenden Heizstrahler für die Gastronomie hatte er zunächst keinen Erfolg, dann wurde er mit vier Angestellten zertifizierter Robotik-Lieferpartner für BMW, Audi, Daimler oder Porsche. Babajic’ Motto: „Es ist keine Schande, auf die Nase zu fallen. Es ist ­eine Schande, nicht mehr aufzustehen.“

Theater ohne Zuschüsse

In Zeiten, wo öffentliche Theater schon mal 100 Euro Zuschuss pro Eintrittskarte benötigen, ist ein privates Kindertheater, das ohne Subventionen auskommt, etwas Besonderes. „Man braucht dazu Mut, Freunde und andere Erwerbsquellen“, so das slowakische Ehepaar Zuzana (50) und Robert Erby (49). Roberts Vater hatte das staatliche Puppentheater von Košice gegründet.

Die Erbys spielten schon als Kinder regelmäßig im Theater und machten sich selbstständig . 2000 bekamen sie den Auftrag, auf einem Festival in Wien Kindertheater zu spielen. Weil sie kein Deutsch sprachen, lernten sie den Text auswendig. Ein toller Erfolg, der das Paar ermutigte, ihr Theater nach München zu verlegen.

A. Geier, J. Welte

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