Vor dem CSD

Münchner Piraten fordern Unisex-Toiletten

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Piraten-Stadtrat Thomas Ranft.

München - Ein Männerklo, ein Frauenklo - das ist nicht genug. Findet die Piratenpartei im Münchner Stadtrat. Und fordert eine dritte Rubrik für die Toiletten in öffentlichen Gebäuden.

Drei Toiletten. Eine für Männer, eine für Frauen – und eine für alle. Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist das seit 2013 offizielles Ausstattungs-Ziel für öffentliche Gebäude. Im Berliner Szene-Bezirk fand sich dafür eine Mehrheit aus Piraten, Linken, Grünen und SPD. Jetzt erreicht die Debatte München.

Gestern reichte die Fraktion für Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung eine Stadtrats-Anfrage ein, ob in München bereits solche Unisex-Toiletten bestehen, ob sie bei Bauplänen berücksichtigt werden sollen – und, was Umwidmungen kosten würden. Initiiert hat die Anfrage der Pirat Thomas Ranft. „Existieren nur nach Männern und Frauen getrennte Toiletten, so benachteiligt dies Menschen, die sich entweder keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen können oder wollen – oder aber einem Geschlecht, das sichtbar nicht ihrem biologischen Geschlecht entspricht“, sagt Ranft. Für den Alltag von Betroffenen sei die Frage von großer Bedeutung. In Berlin sind in der Praxis oft größere Gebäude von der Regel betroffen, in denen es mehr als zwei Toiletten gab. Dort wird einer der Räume, der bisher nur für Männer oder Frauen ausgeschrieben war, neu beschildert.

In München könnte sich Ranft sogar vorstellen, nur eine Toilette für alle zu schaffen, wo bisher je eine für Männer und Frauen vorgesehen war – und so etwa bei neuen Isar-Kiosken Geld zu sparen. Andernorts hofft er auf eine fairere Verteilung der Klo-Wartezeiten. „Vor den Damen-Toiletten gibt es viel längere Schlangen.“ Wenn sich die Frauen nicht mehr auf die Hälfte, sondern auf zwei Drittel der Toiletten verteilen könnten, würde sich die Lage verbessern, glaubt er.

Ob Ranft so die Münchner überzeugen kann? In Berlin zumindest verlief die Debatte unaufgeregt. Mal verwies eine Zeitung darauf, dass es schon heute in Kneipen oft nur gemeinsame Toiletten gibt. Mal wurde diskutiert, ob Urinale in einem hinteren Raum, an dem Frauen nicht vorbei müssen, akzeptabel seien. Und gelegentlich wurde es privat. Die Grüne Anja Kofbinger, so berichtete die Welt, habe im Abgeordnetenhaus ihre Zustimmung mit Erfahrungen aus dem privaten Umfeld begründet. Zu Hause, sagte Kofbinger demnach, habe sie schließlich auch eine Unisextoilette. Krawall habe es deshalb aber noch nie gegeben.

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