Es kam alles anders ...

So ein Pistenpech im Liebes-Urlaub!

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Leere Pisten: Das Skigebiet von Ratschings gilt als wenig überlaufener Geheimtipp.

München - Ein Mann aus Südbayern wollte sich mit seiner Geliebten ein paar schöne Tage im Skigebiet Ratschings-Jaufen machen. Doch dann kam alles ganz anders ...

Es sind nicht die Pistenkilometer, die Abfahrten oder die Liftanlagen, deretwegen die Besucher ins Skigebiet Ratschings-Jaufen kommen. Der Ort nahe Sterzing ist darum ein Geheimtipp. Als solcher wurde er gerade vom Internetportal Skiresort.de ausgezeichnet. Ratschings-Jaufen liegt etwas abseits und ist nicht überlaufen, ist also ideal für einen kuscheligen Winterurlaub mit seinem Gschpusi. So hatte es zumindest ein Mann aus dem südlichen Bayern im Sinn, der statt mit seiner Lebensgefährtin ohne deren Wissen mit seiner Geliebten dorthin fuhr. Alles war gut für den etwa 40-jährigen Mann – bis es zu einem blöden Skiunfall kam.

Gerade mal 25 Pistenkilometer haben die Südtiroler vorzuweisen, allesamt nur als leicht bis mittelschwer gekennzeichnet. Und wer sich die Fotos des Gebiets anschaut, muss darauf die Skifahrer geradezu suchen. Auf einer dieser Pisten passierte es dann doch: Unser Liebesurlauber und ein Österreicher stießen zusammen, der Deutsche rutschte danach auf der Piste talwärts und erfasste dabei einen 66-jährigen Münchner. Dieser stürzte und zog sich eine komplizierte Rippenverletzung zu, die ihm einen langen Krankenstand und eine vierprozentige Dauerinvalidität einbrachten.

Die Regelung der rechtlichen Dinge ist kein großes Problem, dachte sich der Münchner, das ist ein Fall für die Versicherung. Die Pistenpolizei hatte den Unfall dokumentiert und die Personalien des Mannes aus Südbayern und des Österreichers aufgenommen. Doch als Markus Wenter, der Anwalt des Geschädigten, die Forderungen seines Mandanten zustellen wollte, stellte sich heraus, dass der Liebesurlauber gegenüber den Carabinieri falsche Angaben gemacht hatte.

„Er hat zwar seinen richtigen Vornamen angegeben, aber Nachname und Straße waren falsch“, sagt Rechtsanwalt Markus Wenter im Gespräch mit der tz. „Der Wohnort hat dann wiederum gestimmt.“ Eine Mitarbeiterin aus der Kanzlei Wenter & Gabrieli in Bozen schaffte es schließlich in detektivischer Kleinarbeit, doch noch an den Richtigen zu kommen. Und der stand vor Kurzem in Bozen vor Gericht. Kleinlaut gab er zu, eine falsche Identität angegeben zu haben, um gegenüber seiner Lebensgefährtin nicht den Liebesurlaub beichten zu müssen. Zivilrichterin Elena Covi verzieh ihm die Lüge und verzichtete auf eine Anzeige wegen falscher Namensangabe, verurteilte ihn aber gemeinsam mit dem Österreicher, dem geschädigten Münchner einen Schadenersatz in Höhe von 14 000 Euro zu zahlen. Wie er das nun seiner Lebensgefährtin beibringen will, ist schlicht sein Problem …

Volker Pfau

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