Münchnerin bekommt Schmerzensgeld

Na Mahlzeit! In IHRER Pizza lag ein Eisenteil

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Beim Biss in die Pizza brach der Backenzahn.

München - Irrer Rechtsstreit vor dem Münchner Amtsgericht: Ein Frau hat einen Pizza-Service verklagt, nachdem sie auf ein Eisenteil gebissen hatte!

Die „Beweisstücke“: Dieses Metallteil (r.) lag auf der Pizza und verursachte bei Katrin G. höllische Schmerzen - ihr Backenzahn (links) war abgebrochen.

Die Tanz-Pädagogin Katrin G. (36, Name geändert) war spät nach Hause gekommen. Ihr Lebensgefährte hatte schon gegessen und ihr eine Hälfte von der vegetarischen Pizza im Ofen warm gehalten. „Ich hatte schon richtig Hunger und setzte mich zum Essen vor den Fernseher. Aber dann knackte und knirschte es plötzlich. Ein halber Backenzahn war abgebrochen“, schildert sich Katrin G. der tz. Sie hatte höllische Schmerzen.
Geistesgegenwärtig fotografierte sie das Metallstück und den Zahn - und beschwerte sich bei dem Pizza-Dienst. „Gott sei Dank habe ich das sofort erledigt. Wahrscheinlich hätte ich sonst keine Chance auf Schadenersatz gehabt“, erzählt sie. Die Chefin des Pizzadienstes ließ die „Beweisstücke“ noch am selben Abend von einem Boten abholen. Sie behauptete hinterher, dass das Metall nicht von einer der Dosen aus ihrer Küche stammen könne und wollte offenbar nichts mehr von der Angelegenheit wissen. Vielmehr machte sie G.’s Lebensgefährten dafür verantwortlich: Schließlich hätte auch der die Pizza verunreinigen können.

"Ich habe zu 100 Prozent Recht bekommen"

Aber Katrin G. blieb hartnäckig. „Ich bestand zumindest auf die 800 Euro Zahnarztkosten. Irgendwann wurde es mir zu doof und ich schaltete einen Rechtsanwalt ein“, sagt die Münchnerin. Und ließ es auf ein Gerichtsverfahren ankommen. Mit Erfolg: Die Richterin gestand der Tänzerin 1127 Euro Zahnarztkosten zu und darüber hinaus 300 Euro Schmerzensgeld. Die Pizza sei mangelhaft gewesen. Der Inhaber hafte nach den Grundsätzen der Produkthaftung, da ein Fabrikationsfehler vorliege. Das Gericht ging davon aus, dass das gefährliche Metallteil bereits in der Pizzeria auf den Teig gekommen sein muss. Schließlich hätten sowohl Katrin G. als auch deren Lebensgefährte die Pizza ohne Besteck gegessen. Auch der Zahnarzt hatte angegeben, dass eine erhebliche Gewaltanwendung auf den Backenzahn ausgeübt wurde, die zweifelsfrei zu einem Beißen auf ein Metallteil passen würde.

Trotz Berufung blieb es bei dem Urteil. „Ich habe zu 100 Prozent Recht bekommen“, jubelt Katrin G. Ihr Rat: „Ich würde die Beweisstücke nie mehr aus der Hand geben. Das hat mir eine Menge Ärger eingebrockt.“ Ihr Backenzahn wurde übrigens mit einer Vollkeramik-Krone überzogen und macht keine Probleme mehr. Nur ihre Pizza nimmt Katrin G. künftig etwas genauer unter die Lupe...

Sebastian Arbinger

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