Placebo in der Oly-Halle: Schwanengesang

Placebo spielten in der Olympiahalle

München - Dieses Placebo scheint nicht mehr so gut zu wirken wie früher: Nur noch 7500 Fans pilgerten diesmal in die Olympiahalle, wo die Melancholie-Meister Placebo einmal mehr ihren bewährten Düster-Pop ins Scheinwerferlicht rückten.

Dabei hat die näselnde, pathosgetränkte, schmerzhaft schneidende Stimme des androgynen Frontmanns Brian Molko nichts von ihrer Unverwechselbarkeit verloren. Dass er alles andere als ein geborener Entertainer ist, passt prima zu seinen Songs: Die sind auch eher zum Mitleiden als zum Mitlachen gedacht. So beschränkte er die Interaktion mit dem Publikum auf eine kurze, scheue Begrüßung und eine schüchterne Aufforderung zum Mitmachen bei Special K – und ließ ansonsten die Musik sprechen.

Hier gab es kaum etwas zu meckern: Verstärkt um drei Mietmusiker, zelebrierte das Rock-Trio seinen gewohnt hymnischen, satten Sound aus Gitarren-Gewittern, betonhartem Bassfundament und druckvollen Drums – und oszillierte dabei gekonnt zwischen Verzückung und Verzweiflung, zwischen Schwärmerei und Schwermut.

Allerdings gingen Placebo dabei deutlich routinierter zu Werke als noch vor einigen Jahren. Zudem sorgte ein durchsichtiger Vorhang, hinter dem die Band über weite Strecken agierte wie hinter einer Schaufensterscheibe, zusätzlich für Distanz. Kein Wunder, dass auch die Stimmung auf den Rängen leicht unterkühlt blieb, ehe mit einer vehementen Version des Kate-Bush-Klassikers Running Up That Hill und einer opulenten Orgie aus Licht und Lärm bei Infra-red doch noch die Post abging. Dennoch wirkten Lieder wie The Bitter End oder Song to Say Goodbye an diesem Abend fast schon wie ein schöner Schwanengesang. Schade wär’s!

Marco Schmidt

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