1. tz
  2. München
  3. Stadt

Gibt es bald ein achtes Münchner Hell? Brauerei stellt Pläne vor

Erstellt:

Von: Leoni Billina

Kommentare

Blick auf die Baustelle: Die Halle mit dem erhöhten Mittelschiff
Die Halle mit dem erhöhten Mittelschiff - angelehnt an die Bauweise von Industriebauten im 19. Jahrhundert © Markus Götzfried

Derzeit entsteht an der Tegernseer Landstraße die Münchner Kindl Brauerei. Damit erwecken Dietrich Sailer und seine Söhne Leo und Luis ein Stück alte Münchner Geschichte wieder zum Leben. Was die Familie vorhat.

München - Münchner Kindl – da denken die meisten Münchner wohl zuerst ans Stadtwappen und die gleichnamige Schutzpatronin der Stadt. Das könnte sich bald ändern: Denn an der Tegernseer Landstraße entsteht derzeit die Münchner Kindl Brauerei. Dietrich Sailer und seine Söhne Leo und Luis lassen die Traditionsbrauerei von 1880 wieder auferstehen. Im Frühjahr 2024 soll hier das erste Bier gebraut werden.

An der Tegernseer Landstraße 337 sind die Bauarbeiten dazu in vollem Gange. Auf dem Gelände der alten McGraw-Tankstelle steht der fast fertige Rohbau der Münchner Kindl Brauerei. Geplant ist eine dreischiffige Basilika mit Backsteinfassade, erklärt Sohn Leo Sailer – inklusive Innen-Gastronomie, Biergarten und angrenzender Pferdekoppel mit zwei Brauereipferden. Die sollen auch zum Einsatz kommen: Auf Festzügen, aber auch, um Bier zu Kunden in der Umgebung auszufahren.

Im Frühjahr 2024 soll die Münchner Kindl Brauerei fertig sein
Im Frühjahr 2024 soll die Münchner Kindl Brauerei fertig sein © Rendering: Münchner Kindl

Münchner Kindl Brauerei: Bier aus echten Holzfässern

Auch ein Getränkemarkt ist geplant – erstmals in München mit der Möglichkeit für den Verbraucher, Bier in echten Holzfässern zu kaufen.

Die Brauerei-Inhaber Luis, Dietrich und Leo Sailer (v.li.) in ihrem zukünftigen Biergarten der Münchner Kindl Brauerei
Die Brauerei-Inhaber Luis, Dietrich und Leo Sailer (v.li.) in ihrem zukünftigen Biergarten der Münchner Kindl Brauerei © Markus Götzfried

Familie Sailer hat für der Bau an der Autobahn A995 besondere Pläne: „Wir haben Prinzipien – wir wollen eine gläserne Brauerei sein“, sagt Leo Sailer. Bedeutet: Alle Produktionsschritte des Brau-Prozesses sollen sichtbar sein, die Besucher sollen an verschiedenen Stellen Einblicke in den Brau-Prozess bekommen. Zum Beispiel durch einen offenen Gärbottich im Untergeschoss: Im Erdgeschoss können die Besucher durch ein Glasauge auf den Schaum sehen und „beobachten, wie das Bier vor sich hin reift.“

Rohstoffe und Produktionsschritte: Auf das besinnen, worauf es ankommt

Ein Prinzip, das sich durch das gesamte Konzept zieht. „Wir wollen zeigen, wie alles früher gemacht wurde, wollen uns auf das besinnen, worauf es ankommt. Auf die Rohstoffe und die Produktionsschritte.“ In dieses Bild fügt sich historische Dampf- und Kältemaschine, die wieder in Betrieb genommen werden soll, genauso wie der geplante historische Lagerkeller, den man besichtigen können soll. Auch für Bier-Geschichte ist Platz – im eigenen Museumsraum, in dem über 200 Exponate ausgestellt werden.

Leo Sailer vor einer historischen Dampf- und Kältemaschine
Leo Sailer vor einer historischen Dampf- und Kältemaschine, die wieder in den Produktionsprozess eingebunden wird © Markus Götzfried

„Unser Ziel ist nicht, hier die nächste große Brauerei hochzuziehen“, sagt Leo Sailer. „Wir wollen zeigen, wie es früher gemacht wurde und dem Verbraucher das Produkt und seine Bestandteile näherbringen.“

Die Produktion der Brauerei ist auf 10.000 Hektoliter pro Jahr ausgelegt

Die Brauereianlage sehe vor, 10000 Hektoliter im Jahr zu brauen. Das ist keine Oktoberfest-Größenordnung – allerdings soll es auch Münchner Helles geben. Um diesen geschützten Namen nutzen zu dürfen, muss Wasser aus einem eigenen Tiefbrunnen verwendet werden. Und der ist bereits in Planung. „Die Genehmigung steht aus und liegt beim Wasserwirtschaftsamt“ – es sehe aber gut aus.

Die Sailers wollen mit ihrer Brauerei Geschichten erzählen – und damit ein Stück alte Münchner Geschichte zurück ins Leben holen.

Auch interessant

Kommentare