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Chaos nach Panne im Urlaub: Münchnerin mehr als 24 Stunden im Stich gelassen - „Verzweifelt und wütend“

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Von: Andreas Thieme

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Studentin Sophia B. (23) musste in Slowenien mehr als 24 Stunden auf die Pannenhilfe warten
Studentin Sophia B. (23) musste in Slowenien mehr als 24 Stunden auf die Pannenhilfe warten © F: privat

Es sollten ein paar Tage Auszeit in der Sonne werden - doch die Urlaubsreise von Sophia B. (23) nach Kroatien endete im Chaos. Eine Panne stoppte die Münchner Studentin auf der Rückfahrt in Slowenien - dort wartete sie mit Freunden lange vergebens auf den ADAC. Eine bittere Pleite mit dem Pannendienst!

München - „Wir sind am Montag gegen zehn losgefahren. In München angekommen sind wir aber erst in der Nacht zum Mittwoch um 2 Uhr“, berichtet sie. Denn mehr als 24 Stunden lang wussten die Studenten gar nicht, wann und ob sie wieder nach Hause kommen - und was mit dem Auto passiert.

Bei dem VW Touran von Sophias Freund war die Kühlung kaputt: Im Stau vor dem Karawankentunnel hatte der Motor gequalmt. Über seinen Vater hatte Sophias Freund Anspruch auf eine ADAC-Plus-Mitgliedschaft. Die garantiert Pannenhilfe auch im Ausland.
Das Problem: „Man hat Anspruch auf die Leistung, aber nicht auf den Zeitpunkt, wann die Pannenhilfe bereitgestellt wird“, erklärt Albert Cermak, Anwalt für Verkehrsrecht. Zum Leidwesen von Sophia: „Während wir in Slowenien festsaßen, waren wir alle sehr verzweifelt und auch wütend, weil der ADAC uns viele Versprechungen gemacht, aber nicht eingehalten hat.“

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Unserer Redaktion legte die Studentin das Pannen-Protokoll vor.
Montag 18.30 Uhr: Erster Anruf. Die ADAC-Zentrale in Zagreb verspricht, dass „in spätestens zwei Stunden ein Abschleppwagen kommt“.
21.40 Uhr: Zweiter Anruf, weil nach drei Stunden keine Hilfe gekommen ist. Ein Abschleppwagen sei „noch unterwegs“.
22.40 Uhr: In der Hotline verspricht ein Mitarbeiter, ein Hotel für die Gruppe zu buchen.
23.45 Uhr: Der Abschlepper und ein Taxi treffen ein. Abfahrt zur Werkstatt, die erst am nächsten Morgen feststellt: Ein Mietwagen muss her. Der ist erst um 18.30 Uhr am Flughafen Ljubljana verfügbar. Und: „Der ADAC hat uns keine Unterkunft gebucht, deswegen organisierte der Taxifahrer zwei Zimmer im Hotel eines Bekannten“, sagt Sophia. Kosten: 300 Euro. Aber: „Bis jetzt ist die Erstattung unklar.“

Was sagt der ADAC? Sprecher Rafael Freckmann: „Der ADAC nimmt den Schaden auf und leitet den Fall an seinen Partnerclub im jeweiligen Land weiter.“ Der Fall werde ins System gespeist „und man bekommt regelmäßige Status-Meldungen“. Hilfe solle „so schnell wie möglich bereit gestellt werden, hier gibt es allerdings kein Zeitlimit.“ Für Pannenhilfe vor Ort und das Abschleppen in eine Werkstatt (bis maximal 300 Euro) werde keine Bezahlung verlangt. Muss das Auto repariert werden, zahlen Mitglieder selbst.
Wie schnell die Pannenhelfer kommen? Das hänge „von vielen Faktoren ab“, so Freckmann. Von der Art des Schadens, dem Verfügbarkeit der Hilfepartner sowie dem Pannenaufkommen im jeweiligen Land.

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In solchen Fällen erstattet der ADAC Premium- oder Plus-Mitgliedern eine Bahnfahrt 1. Klasse samt Gepäck und Ladung nach Hause - bei mehr als 1200 Kilometern Entfernung auch einen Flug in der Economy-Klasse. Üblich ist zunächst aber die Bereitstellung eines Club-Mobils oder eines Mietwagens: in Deutschland für die Dauer des Fahrzeug-Ausfalles, im Ausland für die Heimreise. So wie im Falle von Sophia B. (23). „Wichtig ist, nie den Mietwagen in Eigenregie anmieten - im Schadensfall immer erst den ADAC Notruf kontaktieren“, sagt Sprecher Andreas Freckmann. Nicht-Mitglieder müssen alle Pannenkosten selbst tragen.    

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