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Plötzlich fehlte die Kniescheibe

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Das Röntgenbild eines Knies.
Das Röntgenbild eines Knies. © dpa

Ein Fitnesstrainer verklagt das Klinikum Rechts der Isar, weil Ärzte ihm eine Kniescheibe gegen seinen Willen entfernt haben.

Erst im OP habe Rüdiger H. von dem Vorhaben erfahren und dann noch gesagt: Spinnt’s ihr, meine Kniescheibe brauch‘ ich noch.” Der 35 Jahre alte Spastiker fordert nun Schmerzensgeld und Verdienstausfall.

Vor dem Landgericht erklärte er: Seit dem Eingriff am 23. März 2004 seien zwar seine Schmerzen weg, dafür aber könne er nicht mehr richtig laufen. Sein Bein sei ohne Kniescheibe instabil. Seinen Job als Fitnesstrainer könne er nicht mehr ausüben. Rüdiger H.s Operateur erinnert sich nach vier Jahren nur noch daran, dass das Ärztekollegium erst in der Morgenbesprechung vor der OP zu dem Schluss gekommen sei: Ein Weichteil-Eingriff erziele langfristig keinen Erfolg. Deshalb hätten die Mediziner beschlossen, die „deutlich deformierte” Kniescheibe zu entfernen. Er gehe davon aus, dass er mit seinem Patienten vor dem Eingriff darüber gesprochen habe. Details wisse er nicht mehr, allerdings gibt er zu: „Das hätte dokumentiert werden müssen.”

So sehen es auch die Richter. Ihrer Ansicht nach habe der Patient einer solchen Operation nicht wirksam zugestimmt. Was diesen Punkt betrifft, habe Rüdiger H.s Klage gute Aussichten auf Erfolg. Anders sehe es aber in einem weiteren Punkt aus, erklärten die Richter. Es dürfte dem Fitnesstrainer schwer fallen, nachzuweisen, dass er seinen Job wegen der entfernten Kniescheibe nicht mehr ausüben könne. Immerhin habe er vor dem Eingriff so starke Schmerzen gehabt, dass er damals schon nicht mehr arbeiten konnte. Daher schlugen die Richter einen Vergleich über 10 000 Euro vor, worüber die Parteien nun nachdenken.

Quelle: tz

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