"Politiker, kauft meine Kneipe!"

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Jürgen Füssl (l.) kämpft gegen das Rauchverbot.

Nach starkem Umsatzeinbruch kämpft ein Wirt gegen das totale Rauchverbot.

Wirt Jürgen Füssl (30) hat die Nase voll vom Rauchverbot und den Politikern! Nach Einführung des Gesetzes brach der Umsatz in seiner Schwabinger Bar Namenlos ein. Dass das Verbot jetzt für die Wiesn-Wirte ausgesetzt werden soll, ärgert ihn gewaltig: „Die haben halt Macht. Aber für den Kleingastronom interessiert sich kein Mensch!“ Deswegen sollen ihm jetzt die 140 Landtagsabgeordneten, die einst für das Rauchverbot gestimmt haben, seine Kneipe abkaufen.

Nachdem das Rauchverbot im Januar kam, ging der Umsatz im Namenlos um 20 Prozent zurück und die Nachbarn liefen Sturm, weil die Gäste draußen qualmten. „30 Anrufe hab ich am Abend bekommen“, sagt Füssl. Also wandelte er Mitte Februar sein Lokal in einen Raucherclub um. Daraufhin stieg zwar sein Umsatz, allerdings auch seine Personalkosten, weil Füssl jetzt einen Türsteher braucht.

Nun hat der 30-Jährige Angst um seine finanzielle Existenz. Die aus seiner Sicht logischste Lösung: Diejenigen, die ihm den Ärger eingebrockt haben, müssen die Kneipe übernehmen. Per Brief schickte Füssl ein Verkaufsangebot an alle 140 Abgeordneten, die seinerzeit für das Nichtrauchergesetz gestimmt hatten. Füssls Rechnung: Die Restschuld auf dem Lokal von 120 000 Euro geteilt durch 140 Abgeordnete macht – inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer – 1020 Euro pro Abgeordneten. Füssl ist es todernst damit: „Die haben das Gesetz gemacht, dann sollen sie auch sehen, wie man damit zurecht kommt.“ Die Arbeit sollten sich die Politiker aufteilen. „Jeder könnte etwa drei Tage im Jahr arbeiten“, sagt Füssl. „Ich biete auch gerne eine Einarbeitung an.“

Der 30-Jährige hat von der Gastronomie auf jeden Fall erst mal genug: „Ich würde gerne auswandern und Entwicklungshelfer werden.“

Quelle: tz

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