Politiker lügt für seinen Raser-Sohn

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Statt 12.000 Euro muss Hasso von Z. jetzt 15 600 Euro Strafe zahlen

München - Lügen lohnt sich nicht - und herumprozessieren noch weniger. Diese Erfahrung musste Hasso von Z., Gemeinderat im schönen Mittenwald, am Mittwoch beim Landgericht München II machen.

 Wegen einer Falschaussage hatte das Garmischer Amtsgericht den Kommunalpolitiker, der am Donnerstag seinen 68. Geburtstag feiert, zu 12 000 Euro Geldstrafe verdonnert. Das Landgericht legte jetzt noch eins drauf: 15 600 Euro!

Der Reihe nach: Im Juli 2010 war der BMW des Chemie-Unternehmers auf der A 95 im Tempo 80-Bereich geblitzt worden - mit mindestens 114 km/h. 120 Euro Bußgeld sollte das kosten. Der Chef saß nicht am Steuer, sondern ein jüngerer Mann. Aber wer? Polizist Johann O., selbst Gemeinderat in Mittenwald (O. für die CSU, von H. für die Freien Wähler), ermittelte. Weiter kam der Beamte bei seinem Politiker-Kollegen jedoch nicht: „Ich bin auf gut Deutsch verarscht worden“, grantelte er als Zeuge. Hasso von Z. musste darauf zum Ermittlungsrichter.

Den Mann auf dem Foto wollte er nicht erkennen. „Ich kenne diese Person nicht“, gab er zu Protokoll. Na sowas: Er erkannte seinen eigenen Sohn angeblich nicht! Das nahm ihm die Justiz nicht ab. Wegen uneidlicher Falschaussage verdonnerte das Amtsgericht Garmisch den Geschäftsmann zu 120 Tagessätzen à 100 Euro. Hasso von Z. ging in Berufung. Wegen seiner Augenprobleme habe er die Person auf dem Radar-Foto nicht erkennen können, behauptete er.  „Seine Sehschärfe war ganz ordentlich“, meinte jedoch ein Gutachter. „Ich würde von einem Vater erwarten, dass er seinen Sohn erkennt.“

Die Staatsanwältin: „Er wollte seinen Sohn schützen.“ Das Urteil: 120 Tagessätze zu 130 Euro! „So ein Bußgeld bezahlt man einfach“,  meinte Richter Ralph Alt.

E. Unfried

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