Tierisch gemeiner Ferienbeginn

Politiker rettet Eichhörnchen Sue - viele Viecherl wurden ausgesetzt

Ab in den Urlaub! Doch wohin mit Katze, Hund oder Wellensittich? Viele Viecherl bleiben in den Pfingstferien wieder auf der Strecke. Denn manche Münchner machen es sich furchtbar einfach – und setzen die Tiere eiskalt auf die Straße!

München - Auch dieses Jahr zu Beginn der Ferienzeit war es wieder soweit – die Zahlen an ausgesetzten Tieren steigen. Alleine sieben Vögel, zwei Hunde und rund zehn Katzen sind in den letzten Tagen ins Tierheim Riem gekommen. Dort werden sie gepflegt und weitervermittelt (Kontakt: 089/921 000 88). Judith Brettmeister vom Tierschutzverein München ist wenig begeistert: „Wenn man sich ein Haustier anschafft, sollte man rechtzeitig planen, wo man es über die Ferien unterbringt.“ Das aber scheint viele Herrchen und Frauchen zu überfordern – und die Tiere landen im Heim. Was neu ist: „Noch nie kamen so viele Vögel rein. Sonst ist es vielleicht ein Vogel in einer Woche, letzte Woche waren es sieben. Kaninchen und Meerschweinchen sind das Übliche“, sagt Brettmeister. Welche Tierdramen sich in diesen Tagen abgespielt haben, lesen Sie hier: Dana Holzner

Nymphensittiche freigelassen

Sieben Vögelchen mehr zwitschern jetzt im Tierheim München. Die Nymphen- und Wellensittiche wurden von ihren Besitzern einfach freigelassen.

Am Westpark zurückgelassen

Loswerden wollten die Besitzer auch die etwa einjährige Pitbull-Mischlingshündin Saphira. Deswegen ließen sie das Tier im Westpark zurück – angeleint an einen Baum. Das Problem: Die Hündin entspricht der Kampfhund Kategorie 1, die in Bayern nicht erlaubt ist. Deswegen muss sie wahrscheinlich nach Baden-Württemberg oder Österreich vermittelt werden.

Hündin Saphira

Katzen-Dame sucht Zuhause

Viele Katzen kamen die letzten Wochen ins Tierheim. Unter anderem diese Katzen-Dame, die letzte Woche ausgesetzt wurde. Sie ist etwa 16 Jahre alt und hofft auf ein sicheres Zuhause.

Igel als Rasenmäher-Opfer

Es ist grausam. Igel, denen das halbe Gesicht oder die Schnauze fehlt! Und wer ist schuld daran? Rasenmähroboter. Durch sie werden die Tiere so übel zugerichtet. „Diese Maschinen sägen den Tieren den halben Schädel ab, und häufig mähen sie über das Gesicht“, sagt Lydia Schübel vom Tierheim München. Diese technischen Geräte, die eigenständig den Rasen mähen, nutzen immer mehr Leute in ihren Gärten – und wissen oft gar nicht, was das für Folgen hat.

„Die günstigeren Rasenroboter haben keine Sensoren und sind gerade so hoch, dass sie die Igel erwischen“, so Schübel. Zudem seien die Mäher sehr leise, sodass die Igel nicht reagieren könnten. Letztes Jahr kamen zwei Igel aufgrund schwerer Verletzungen ins Tierheim – dieses Jahr sind es jetzt schon vier. Drei davon mussten eingeschläfert werden, einer war schon tot.

Politiker rettet Eichhörnchen Sue

Völlig erschöpft war Eichhörnchen-Dame „Sue“, die Bernhard Goodwin (38) am Freitag in der Maxvorstadt gefunden hat. Der SPD-Bundestagskandidat half bei einem Umzug, als das kleine Wesen zwischen zwei Kartons hervorhuschte. Das Tier war sehr zutraulich, versuchte am Bein hochzukrabbeln. „Ich hatte gelesen, dass das kein Indiz für Tollwut ist. Sondern dafür, dass es dem Tier nicht gut geht.“ Mit seinem Smartphone ging Goodwin auf www.eichhörnchen-in-not.de und ließ sich per Telefon beraten. Er wärmte das Hörnchen in der Hand und brachte es in eine Auffangstation.

Lesen Sie auch den Gastbeitrag von Judith Brettmeister vom Tierschutzverein München: „Darum ist es ein schrecklicher Fehler, ungefragt Tiere zu verschenken.“

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