Bilanz eines Wochenendes

Polizei im Dauereinsatz: Mann mit Waffe am Hauptbahnhof?

München - Ein Mann soll am Hauptbahnhof mit einer Waffe auf andere Reisende gezielt haben, ein anderer Mann lag mit 3,46 Promille vor einem Schnellrestaurant: Die Bundespolizei war am Wochenende im Dauereinsatz - eine Bilanz.

Am Freitagnachmittag fiel ein 46-Jähriger aus Berg am Laim gegen 14.40 Uhr am S-Bahnhaltepunkt Marienplatz alkoholbedingt fast ins Gleis. Reisende informierten die Polizei und diese brachte den Mann, der nicht mehr gehen konnte, nach Hause.

Gegen 18 Uhr desselben Tages lag ein 29-jähriger Deutscher auf der Empore eines Schnellrestaurants am Hauptbahnhof bewegungslos am Boden. Der Atemalkoholtest ergab den unglaublichen Wert von 3,46 Promille - er zum Schutzgewahrsam in die Wache gebracht. Nachdem der 29-Jährige versuchte, sich in der Zelle die Pulsadern aufzukratzen, wurde er - unter Beteiligung der Bayerischen Landespolizei - ins Isar-Amper-Klinikum gebracht.

Kurz von 22 Uhr soll laut Polizei ein 29-Jähriger aus Sendling einem 46-jährigem Bahnsicherheitsmitarbeiter in der S4 Richtung Geltendorf (zwischen Ostbahnhof und Rosenheimer Platz) mit der rechten Faust an die linke Schläfe geschlagen und ihm ins Gesicht gespuckt haben.

Fuchtelte ein Mann mit einer Pistole herum?

In den frühen Morgenstunden des Samstags soll um kurz nach 1 Uhr ein bislang unbekannter Mann einem 16- Jährigen aus Leipheim in der S-Bahn dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Beide sollen bereits in einem Club in Pasing aneinandergeraten sein und waren sich kurz darauf zufällig in der S-Bahn in Pasing wieder gegenübergestanden. Der Unbekannte verlies die S4 am Haltepunkt Leienfelsstraße.

Um 2.20 Uhr wurde der Bundespolizei gemeldet, dass am Haupteingang des Hauptbahnhofes ein älterer Mann mit einer Waffe auf andere Leute gezielt haben soll. Vor Ort traf eine alarmierte Streife einen 58-Jährigen an, der aber keine Waffe bei sich führte. Ein Diensthund konnte in Tatortnähe ebenfalls keine Waffe erschnüffeln. Der 58-Jährige aus Eurasburg hatte allerdings in einer Tasche mehrere Kerzen dabei. Zeugenbefragungen ergaben, dass es sich auch um eine Kerze oder ähnliches gehandelt haben könnte und somit kein Straftatverdacht mehr vorlag. Der 58-Jährige, bei dem ein Atemalkohol von 0,88 Promille gemessen wurde, machte einen verwirrten Eindruck. Er wurde auf eigenen Wunsch ins Isar-Amper-Klinikum gebracht.

Um 3 Uhr am Samstag wurde ein 35-Jähriger aus Bogenhausen nach wiederholtem Hausfriedensbruch am Hauptbahnhof unter erheblichem Alkoholeinfluss in Schutzgewahrsam genommen. Eine Heimreise war dem 35-Jährigen, der einen freiwilligen Atemalkoholtest verweigerte, nicht mehr möglich, weil er derart viel Alkohol getrunken hatte. Er wurde kurz vor 7 Uhr wieder aus dem Gewahrsam entlassen.

Faustschlag ins Gesicht

Am Ostbahnhof belästigte indes ein 20-jährigen Italiener gegen 7 Uhr mehrere Reisende. Um 8.40 Uhr am Samstag wurde ein stark alkoholisierter 35-Jähriger aus Bogenhausen in einem Geschäft am Ostbahnhof angetroffen. Er konnte seinen Weg nicht alleine fortsetzten. Da sich sein Zustand in der Wache verschlechterte und er zudem eine frische Platzwunde im Gesicht hatte, brachte ihn der Rettungsdienst in eine Münchner Klinik.

Um 11.30 Uhr wurde am Hauptbahnhof ein verwirrter 85-jähriger Grieche aufgegriffen. Er wurde zu seinem Enkel gebracht. Gegen 21.30 Uhr soll dann ein 33-jähriger Pole nach einem verbalen Streit, bei dem es auch zu Beleidigungen gekommen sein soll, am Hauptbahnhof einem 43-jährigen Polen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Nachdem der Geschädigte am Boden lag, soll der 33-Jährige mit den Füßen weiter zugetreten haben. Ein weiterer Pole hielt den Angreifer zurück. Eine Streife der Bundespolizei stellte den Täter wenig später. Alle drei hatten Alkohol getrunken. Beim mutmaßlichen Täter wurden 2,75 Promille, beim Geschädigten, der eine blutende Wunde an der Unterlippe aufwies, 1,85 Promille und beim Zeugen 3,14 Promille gemessen.

Gegen 17.30 Uhr wurde im Reisezentrum am Hauptbahnhof eine 50-jährige Deutsche aufgegriffen, die ebenfalls erheblich Alkohol konsumiert hatte. Beim Datenabgleich stellte sich heraus, dass sie von der Staatsanwaltschaft München zur Festnahme ausgeschrieben worden war.

Zugbegleiter wird mit der Faust in den Rücken geschlagen

Um 18.20 Uhr wurde von Mitarbeitern der Bahnsicherheit ein 36-jähriger Bogenhausener aufgrund starker Alkoholisierung (3,31 Promille Atemalkohol) zur Wache gebracht. Er konnte erst nach der Ausnüchterung wieder entlassen werden. Gegen 21.30 Uhr hat in 41-jähriger Pole einem 43-jährigen Landsmann zweimal unvermittelt am Hauptbahnhof von hinten mit der Faust gegen den Kopf geschlagen. Der tätliche Angriff soll erfolgt sein, nachdem der 43-Jährige wegen einer anderen körperlichen Attacke einer bislang unbekannten Person gegen ihn aus dem Bahnhof geflüchtet war. Eine Bundespolizeistreife beobachtete den Angriff des 41-jährigen Polen und schritt sofort ein. Atemalkoholmessungen ergeben 2,69 Promille beim Täter und 1,86 Promille beim Geschädigten. Der Angreifer wird nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Der Angegriffene wurde mit Verletzungen in die Klinik verbracht.

Kurz vor 22 Uhr meldete sich ein 39-jähriger Zugbegleiter. Er soll im Zug von Paris nach München auf Höhe Augsburg während der Fahrscheinkontrolle von einem Mann erst mit Worten beleidigt und anschließend mit der Faust in den Rücken geschlagen worden sein. Der 45-jährige mutmaßliche Täter aus Ramersdorf war mit vier Freunden auf dem Weg nach Hause. Der Zugbegleiter klagte über Rückenschmerzen und begab sich in ärztliche Behandlung. Der 45-Jährige hatte einen Atemalkoholwert von 2,1 Promille.

Italiener überquert Gleise am Marienplatz

Ein bislang unbekannter Mann soll gegen 22.45 Uhr einem 18-jährigen Ismaninger am Ostbahnhof mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Geschädigte erlitt Schwellungen sowie Rötungen im Gesicht.

Knapp fünf Minuten später sollen ein 26-jähriger Rumäne und ein 28-Jähriger aus Allach auf Höhe des Hauptausganges des Hauptbahnhofes zunächst verbal aneinander geraten sein. Im weiteren Verlauf des Streits soll der Rumäne dem Allacher mit der Faust gegen den Kopf geschlagen haben. Eine Streife der Bundespolizei trennte beide. Der Geschädigte, bei dem 3,62 Promille Atemalkohol gemessen wurden, erlitt leichte Verletzungen im Gesicht. Beim Täter war aufgrund starker Alkoholisierung eine Atemalkoholmessung nicht möglich. Er wurde nach angeordneter Blutentnahme bei der Bundespolizei ausgenüchtert.

Nach Mitternacht am frühen Sonntag überquerte ein 37-jähriger Italiener am Sonntag am S-Bahnhaltepunkt Marienplatz das Gleis 1 von der Ausstiegs- zur Einstiegsseite. Mitarbeiter der S-Bahnaufsicht beobachteten das und konnten der um 0.21 Uhr einfahrenden S1 Richtung Ostbahnhof ein haltzeigendes Signal geben. Der Triebfahrzeugführer leitete daraufhin eine Schnellbremsung ein. Beim illegalen Gleisüberschreiter wurde ein Atemalkohol von 0,76 Promille gemessen.

Bundespolizei kann Streitende nur mit Mühe trennen

Gegen 1.30 Uhr am Sonntag wurde ein 27-jähriger Pole schlafend auf einer Sitzbank auf Bahnsteig 1/2 des Ostbahnhofes angetroffen. Er hatte eine Platzwunde über dem linken Auge. Ein Reisender, der vergeblich versuchte, den Alkoholisierten zu wecken, informierte Rettungskräfte.

Eine motorisierte Streife der Bundespolizei erkannte gegen 1.45 Uhr an der Ecke Landsberger-/Friedrich-von-Pauli-Straße einen Streit. Im dessen Verlauf stieß ein 27-jähriger Italiener einem bislang Unbekannten mehrfach mit voller Wucht mit beiden Händen gegen den Oberkörper. Beide Personen wurden durch die Streife getrennt. Kurz darauf ging der Italiener auf seinen ebenfalls 27-Jährigen Bekannten los. Nur mit Mühe und unter Hilferuf weiterer Einsatzkräfte gelang es der Bundespolizeistreife, die beiden Personen zu trennen. Mehrere Streifen der Bayerischen Landespolizei unterstützen die Kollegen und übernahmen die Ermittlungen zum Sachverhalt. Im Verlauf des Einsatzes wurde eine 36-jährige Beamtin der Bundespolizei an der Lippe getroffen und leicht verletzt, sie konnte ihren Dienst jedoch fortsetzen. Beim Italiener wurden 1,18 Promille Atemalkohol gemessen.

Gegen 2.25 Uhr wurde eine 21-Jährige aus Ottobrunn am Ostbahnhof alkoholisiert an Bahnsteig 4 angetroffen, wo sie sich gerade erbrach. Die junge Frau, bei der 2,14 Promille Atemalkohol gemessen wurden, konnte ihre Weiterreise nicht alleine fortsetzen und verblieb zur Ausnüchterung beim Revier am Ostbahnhof.

Mann stürzt am Hauptbahnhof Treppe hinunter

Ein 25-Jähriger aus Meitingen stürzte alkoholisiert gegen 2.30 Uhr an der Empore im Hauptbahnhof eine Treppe hinunter. Angestellte der Deutschen Bahn beobachteten den Sturz. Eine alarmierte Streife der Bundespolizei erkannte bei dem optisch unverletzten 25-Jährigen keine offensichtlichen motorischen Ausfallerscheinungen. Er hatte jedoch keine Erinnerungen an das vorausgegangene Geschehen. Eine ärztliche Betreuung lehnte der Mann ab. Nach Rücksprache mit seinem Lebensgefährten verblieb er bis 5.15 Uhr auf Dienststelle, bevor er die Heimreise antrat.

Gegen 4.15 Uhr des Sonntag wurde am Ostbahnhof ein 30-Jähriger aus Großhadern mit blutender Nase angetroffen. Widersprüchliche Angaben müssen nun ausgewertet werden, um den tatsächlichen Hergang der tätlichen Auseinandersetzung nachvollziehen zu können.

Gegen 6.30 Uhr soll ein 23-jähriger Pole einem 22-Jährigen aus Naila mit der flachen Hand gegen die Stirn geschlagen haben. Der Pole (Atemalkohol von 2,14 Promille) sollte eines Restaurants am Ostbahnhof verwiesen worden sein, da er dort laut herumschrie und dies auch auf Aufforderung nicht einstellte.

Senegalese beleidigt Türken rassistisch

Gegen 5.30 Uhr begab sich am S-Bahnhaltepunkt Berg am Laim ein 17-jähriger Kosovare in den Gleisbereich. Er wurde von einem Rangierlokführer beobachtet, angesprochen und aus dem Gleisbereich geholt. Der Jugendliche wurde aggressiv. Er wollte zurück in den Gleisbereich, um in die andere Richtung zu gehen. Es kam zu keiner Beeinträchtigung des Zugverkehrs. Der Kroate wurde von einer alarmierten Streife der Bundespolizei mit einem Verwarnungsgeld (25 Euro) belegt.

Um 8.50 Uhr des Sonntags soll ein 23-jähriger Türke einem 43-jährigen Senegalsen am Ostbahnhof mit der flachen Hand auf die Nase geschlagen haben. Zuvor soll der Senegalese den Türken rassistisch beleidigt haben. Beide waren alkoholisiert. Beim Türken wurden 2,14 Promille und beim Senegalesen 1,34 Promille Atemalkohol festgestellt.

pak

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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