Bombenwarnung am Handy schockte Münchner

Polizei: So erkennen Sie falsche Terrormeldungen

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Vermutlich zigtausende Menschen kriegen derzeit falsche Terror-Meldungen aufs Handy.

München - Die Nachrichten von etwaigen Terroranschlägen versetzten viele Münchner in Schrecken. Doch Falschmeldungen zu erkennen, ist relativ einfach. Wir verraten wie.

Die ersten kryptischen Warnungen erreichten viele Münchner bereits am Dienstagvormittag über das soziale Netzwerk Facebook und den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Bis Mittwoch hatten sich die völlig unbegründeten Falschmeldungen explosionsartig speziell über den gesamten Großraum München, aber auch in andere Teile Bayerns und Baden-Württembergs verbreitet. Damit war die Verwirrung und auch die Verunsicherung perfekt: Mit Berufung auf verschiedene Quellen (z.B. Rathaus, Vorzimmer des OB, Insider-Infos von Rechtsanwälten oder Journalisten) überschwemmten Gerüchte über von den Behörden absichtlich vertuschte Bombendrohungen für den Marienplatz bzw. den Christkindlmarkt das Netz.

Die inhaltlich leicht variierenden Meldungen endeten allesamt mit dem eindringlichen Hinweis, diese Meldung unbedingt an Freunde und Familie weiterzuleiten bzw. zu teilen. „Alles Humbug“, beruhigt Polizei-Pressesprecher Marcus da Gloria Martins die Münchner Bürger. „An diesen Meldungen war und ist absolut nichts dran.“ Es handelt sich hier offenbar um einen böswilligen Scherz, der allerdings sein Ziel nicht verfehlte: „Wir bekamen viele besorgte Anrufe über den Notruf 110. Das zeigt uns, wie sehr die Terror-Gefahren die Menschen beschäftigen.“

Falschmeldungen zu erkennen, ist relativ einfach: „In allen Fällen gibt es keinen namentlich genannten Absender bzw. Ansprechpartner. Die Informationen basieren stets auf Hörensagen.“ Das ist typisch für einen sogenannten Hoax (Kurzform von Hokuspokus, Schwindel) von denen es im Internet Tausende gibt. Marcus da Gloria Martins: „Außerdem würden wir uns niemals per WhatsApp und außerhalb unserer offiziellen Facebook-Seite an die Bevölkerung wenden.“

Für Fragen zum Thema gibt es in München ein rund um die Uhr erreichbares Bürgertelefon der Polizei: Tel. 089/29 10-19 10.

So merken Sie, dass es ernst wird

Das Versprechen der Münchner Polizei steht: „Im Falle einer wirklich konkreten Drohung – sei es in der Innenstadt oder auch in einem Randbezirk – würden die Bürger über alle verfügbaren Kanäle augenblicklich informiert,“ beruhigt Sprecher Marcus da Gloria Martins. Zu diesen verfügbaren Mitteln zählen:

  • Twitter und Facebook (die offiziellen Polizeiseiten).
  • Die Homepage der Polizei: www.polizei.bayern.de
  • Alle Zeitungen, Radio- und Fernsehstationen sowie deren Online-Portale.
  • Die Mittel des Zivilschutzes wie z. B. Lautsprecherdurchsagen oder Auslösung des Warn- und Informations-Systems Katwarn (kostenlose App!).
Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins empfiehlt Hoaxes sofort zu löschen´.

Ausgelöst würde z.B. im Falle eines (bevorstehenden) Anschlags oder Amoklaufes. Für derart schreckliche Szenarien gibt es derzeit keinerlei konkrete Anzeichen. Dennoch haben scheinbar viele Bürger die Bilder von Paris noch ständig vor Augen. Dies zeigte sich, als die Polizei am Dienstag auf der Suche nach dem Verursacher einige Weiterverbreiter nach ihren Motiven befragte. Darunter waren auch sonst so kritische Geister wie Juristen, Lehrer, Journalisten oder Angehörige von Polizisten. Alle sagten: „Aber es hätte doch sein können...“.

Über Facebook und Twitter steuerte die Polizei sofort gegen. Die Facebook-Seite der Münchner Polizei wurde bis gestern Abend von 274.000 Usern gelesen – einsamer Rekord, den bislang mit 210.000 Usern das verkaufte Polizeipferd Hugo hielt.

Wer solch ein Hoax bekommt, sollte es nicht teilen und sofort löschen.

Dorita Plange 

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