Teils sechsstellige Beträge weg

Polizei erklärt die dreistesten Betrüger-Tricks

München - Eine Münchner Renterin ist um 5.000 Euro betrogen worden. Die Polizei warnt vor Betrügern - und erklärt die miesesten Tricks.

Mal ist es der Staatsanwalt oder der Notar, das Inkasso-Büro oder der Gerichtsvollzieher – in jedem Fall jedoch sind es vorgetäuschte Respekts-Personen, die ältere Menschen mit ihrer autoritären Art leicht einschüchtern. Kein Tag vergeht, an dem Tobias Molnar, Chef vom Betrugskommissariat K77 im Münchner Polizeipräsidium, nicht mindestens ein bis zwei zumindest versuchte Telefon-Betrügereien auf den Tisch bekommt. Bundesweit sind es jährlich Zehntausende Betrugsfälle dieser Art, die sich in irgendeiner Weise um Lotterien oder Gewinnspiele ranken. Und die Dunkelziffer ist vermutlich noch viel höher: „Meist geht es um einige Tausend Euro, die die Täter den Opfern regelrecht abpressen. Doch wir hatten auch schon Fälle von sechsstelligen Beträgen, die dann meistens weg sind“, so Molnar. In der Wahl der Druckmittel sind die Täter nicht zimperlich: „Einer Frau drohten sie kürzlich an, dass sie Weihnachten im Gefängnis verbringen werde, wenn sie nicht sofort das Geld überweist. Da hat sie dann vor lauter Angst gezahlt.“ Die Drahtzieher dieses banden- und gewerbsmäßig organisierten Betrugs residieren in Ländern wie der Türkei, Rumänien oder auch Bulgarien und betreiben dort regelrechte Callcenter, von denen aus im großen Stil agiert wird. Die Telefonnummern werden über das Internet generiert. So merken die Opfer nicht, dass der Anruf tatsächlich aus dem Ausland kommt.

Die Telefonnummern und Adressen der Opfer kaufen die Täter offenbar völlig legal auf dem Riesenmarkt des Datenhandels, auf dem sich alle möglichen Branchen tummeln. Molnar: „Es fällt nämlich auf, dass sehr viele Opfer tatsächlich irgendwann mal an Lotterien und Gewinnspielen teilgenommen haben und darum nicht sofort Verdacht schöpfen.“ An die Drahtzieher heranzukommen, ist für deutsche Ermittlungsbehörden fast aussichtslos. Darum setzt die Münchner Polizei verstärkt auf Prävention. Im Falle eines dubiosen Anrufes empfiehlt Tobias Molnar: „Sofort auflegen!“  

Dorita Plange

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Rubriklistenbild: © dpa

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