Wer kennt diesen Mann?

Sex-Täter jagte Mädchen (14) durch ihr Haus

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Dieser Mann soll im vergangenen Jahr in Obermenzing eine Frau bedrängt haben.

München - Er soll eine 14-Jährige bedrängt und beinahe vergewaltigt haben: Die Münchner Polizei sucht nach einem Mann, der in Untermenzing sein Unwesen getrieben hat. Das Mädchen erlebte ein Martyrium.

 Was dieses arme Mädchen (14) in jener Nacht an Todesängsten ausgestanden hat - das lässt sich gar nicht ermessen: Fast ein Jahr lang hielt die Münchner Kripo einen Fall geheim, der in dieser Form einmalig ist in der deutschen Kriminalgeschichte: Mitten in der Nacht kämpfte eine Schülerin (14) in Untermenzing im November 2011 in ihrem Elternhaus mit einem Eindringling, der sie vergewaltigen wollte.

 In Todesangst gelang es dem Mädchen, den Täter auszuschalten. Der Überfall ereignete sich in einem frei stehenden Einfamilienhaus in der Manzostraße. Es war die Nacht zum 12. November. Der Zufall wollte es, dass alle anderen Familienmitglieder an diesem Abend ausgeflogen waren. Das Mädchen hatte an jenem Freitag Abend Freunde zu Besuch. „Sie war sich absolut sicher, dass die Haustür hinter dem letzten Gast um 23.30 Uhr fest ins Schloss gefallen war“, berichtete Ignaz Raab, Vizechef des Kommissariats 15 für Sexualdelikte (Tel.: 089/2910-0).

Danach setzte sich die Schülerin im ersten Stock ins Arbeitszimmer an den Familien-PC. Um 0.45 Uhr hörte sie hinter sich ein Geräusch. Sie drehte sich um - da stand der fremde Mann schon hinter ihr - im Türrahmen! Der Fremde packte die laut schreiende, sich heftig wehrende Schülerin an den Händen, zerrte sie nebenan in ihr Kinderzimmer, warf sie rücklings aufs Bett und versuchte, ihr die Hose herunterzureißen. Dabei gelang es dem Mädchen, den Täter in den Unterleib zu treten. Volltreffer!

Der Mann taumelte rückwärts und fiel über einen Sessel. Diesen Moment nutzte das mutige Kind, um an ihm vorbei aus dem Zimmer zu stürzen und sich im Arbeitszimmer einzuschließen. Sie wählte den Notruf 110, schrie laut ins Telefon „Hilfe! Hilfe! Polizei!“ Draußen tobte der Täter und versuchte die Tür einzuschlagen! Nicht auszudenken, wenn ihm das gelungen wäre. Offenbar hörte er aber, dass die 14-Jährige bereits mit der Polizei sprach und floh. Bis die ersten Streifenwagen eintrafen, blieb das Mädchen mit der Polizei im Telefonkontakt. Die Haustür stand weit offen. Erst nach einem Codewort öffnete die Kleine den Polizisten die Tür zum Arbeitszimmer.

Trotz Großfahndung fehlt von dem Täter (vermutlich Südländer, 25 bis 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß, kräftige, gedrungene Figur, trug blaue Arbeitskleidung mit rotem Oberteil) jede Spur. In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten sicherte die Polizei Spurenmaterial des Täters und überprüfte u.a. zahlreiche Handwerker.

Zur Tatzeit wurde im Elternhaus des Mädchens die Heizungs- und Sanitärtechnik erneuert. Es waren also zahlreiche Handwerker im Haus gewesen. Es ist möglich, dass der Täter einen im Garten versteckten Zweitschlüssel fand, mit dem er sich nachts Zutritt zum Haus verschaffte. Der Schlüssel ist seit dem Überfall verschwunden. Die Polizei-Profiler haben versucht, die Persönlichkeit des Täters zu ergründen. Die Kripo geht davon aus, dass er sich zumindest in dem Viertel auskennt.

Mittlerweile wurde überall in Untermenzing sein Phantombildausgehängt. Die Schülerin hat den fürchterlichen Angriff erstaunlich gut überwunden. Mit einer - verständlichen - Einschränkung: Sie will keine Sekunde mehr allein im Haus sein.

Dorita Plange

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