Zwei Frauen attackiert

Geraubtes Handy führt zu brutalem Vergewaltiger

München - Die Münchner Polizei hat einen brutalen Vergewaltiger geschnappt. Der 27-Jährige soll sich gleich an zwei Frauen vergangen haben - und ging dabei äußerst brutal vor.

Er fiel seine Opfer hinterrücks an, schlug ihnen mit der Faust ins Gesicht, würgte sie. Mindestens drei Frauen – zwei Münchnerinnen und eine Freiburgerin – sind in den vergangenen zwölf Monaten dem brutalen Vergewaltiger zum Opfer gefallen. Nun hat die Polizei den Mann überführt: es handelt sich um einen 27 Jahre alten Wanderbauarbeiter aus Bulgarien.

Wie berichtet, war eine 25-jährige Studentin am frühen Morgen des 2. Juni zu ihrem Wohnhaus an der Klenzestraße (Isarvorstadt) heimgekehrt. Als sie das Treppenhaus betrat, schob sich ein bislang Unbekannter mit hinein und drängte die junge Frau zum Oralverkehr. Als diese sich weigerte, schlug er ihr mehrfach mit der Faust ins Gesicht, würgte sie, zerrte sie in den Keller und zwang sie zu sexuellen Handlungen. Anschließend raubte er noch die Handtasche der Studentin und flüchtete unerkannt.

Der zweite Fall ereignete sich am 30. Juni, ebenfalls ein Sonntag. Dabei überfiel der Mann gegen 6.50 Uhr eine Joggerin nahe dem Johannisplatz (Haidhausen).Er schlug der Frau von hinten so heftig gegen den Kopf, dass sie stürzte. Danach versuchte der Täter, sich auf die 44-Jährige zu setzen, wobei er ihr nochmals auf den Kopf schlug. Da sich die Frau massiv zur Wehr setzte und um Hilfe schrie, ließ der Täter jedoch von ihr ab und flüchtete.

Da an beiden Tatorten DNA-Spuren des Mannes gesichert werden konnten, war schnell klar, dass es sich um ein und den selben Täter handelt. Und mehr noch: Vor einem Jahr, am 24. Juni 2012, gab es einen ähnlich brutalen Vergewaltigungsfall in Freiburg, bei dem ebenfalls die DNA des Unbekannten gefunden worden war. Daraufhin gründeten die beiden Polizeipräsidien eine gemeinsame Fahndungsgruppe, die diese Woche nach aufwändigen Ermittlungen zum Ziel kam. Wie genau, will Ignaz Raab vom Kommissariat für Sexualdelikte, mit Hinweise auf die noch laufenden Vernehmungen, nicht verraten. Offenbar führte jedoch das geraubte Handy vom ersten Münchner Fall auf die Spur eines Osteuropäers, über den für die Ermittler eine Gruppe Bauarbeiter dringend tatverdächtig wurde.

Am Dienstag dieser Woche wurden vier Bulgaren auf einer Baustelle in Olching festgenommen, die alle freiwillig DNA-Proben abgaben. So wurde der 27-Jährige als Täter überführt – inzwischen hat der Mann laut Raab ein Geständnis abgelegt. Laut Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch erwartet den Bulgaren eine langjährige Haftstrafe. Der Freiburger Fall dürfte in einen Gerichtsprozess in München miteinbezogen werden

Sven Rieber

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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