Über rote Ampeln und Gehwege

Irre Flucht vor Polizei in diesem Renn-Buggy

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Mit diesem Renn-Buggy hielt der 39-Jährige die Polizei auf Trab

München - Ein Renn-Buggy-Fahrer hat sich mit der Polizei eine irre Verfolgungsjagd quer durch die Stadt geliefert. Weder rote Ampeln noch eine Straßensperre konnten ihn aufhalten. Doch dann wendete sich das Blatt.

Dreihundert PS bei weniger als fünfhundert Kilo Gewicht. Von Null auf Hundert in 2,9 Sekunden, Spitze weit über 300 km/h. Kein Zweifel: Was Sigmar F. da unter dem Hintern hat, ist nichts anderes als ein Geschoss. Ein Geschoss, das aussieht wie ein zu groß geratenes Gokart, das den Namen Ariel Atom trägt, das in Süd­england in Handarbeit hergestellt wird und das für 57 000 Euro zu haben ist.

Seit Sonntag muss es aber richtig heißen, dass Sigmar F. das heiße Gerät unter dem Hintern hatte. Denn was sich der 39-jährige Privatier da laut Polizei geleistet hat, dürfte ihn für lange Zeit zum Fußgänger machen.

Die Irrsinnsfahrt beginnt aktenkundig zu werden, als F. gegen 15.40 Uhr am Sonntagnachmittag mit über 120 Sachen durch den Altstadtunnel brettert. Erlaubt sind dort 50 km/h. Er wird geblitzt, und eine Zivilstreife hängt sich mit Blaulicht dran. Da gibt der 39-Jährige, der für zwei Euro den Kilometer schon mal Motorsportfans durch die Stadt kutschiert hat, erst so richtig Gummi.

Über die Maximilian- und die Maria-Theresia-Straße rast er zur Einsteinstraße und den Mittleren Ring durch den Leuchtenbergtunnel. Dabei überfährt er fünf rote Ampeln, bringt Fußgänger und Autofahrer in höchste Gefahr. In der Bad-Schachner-Straße will ihn die Polizei mit einer Sperre zum Anhalten zwingen, doch rast der ehemalige Ladenbesitzer mit 100 Sachen auf dem Gehweg um die Sperre herum. In der Werinherstraße (Obergiesing) brechen die Polizisten die Verfolgung ab – sie ist schlicht und einfach viel zu gefährlich.

Dennoch ist die Amokfahrt des 39-Jährigen in der Werinherstraße zu Ende: F. biegt in einen Hinterhof ein, lässt sein Fahrzeug stehen und rennt davon. Kurz darauf meldet sich eine Anwohnerin, die sich wundert, dass „bei mir im Hof ein Rennwagen steht“. Um 16 Uhr wird Sigmar F. festgenommen. Neben 24 Punkten in Flensburg erwarten ihn jetzt über 1000 Euro Strafe und eine Anklage wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Seinen Führerschein dürfte er damit auf Jahre hinaus los sein.

D. Plange/M. Dürr

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