Gewalt oder Notwehr?

Polizei: Es gibt kein Video vom Faustschlag

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Tamara und ihre Verletungen nach dem Abend in der Polizeiinspektion.

München - Gibt es einen Film - oder ist das nur ein Gerücht? Zwei Tage nach Bekanntwerden der umstrittenen Polizeiaktion in der Haftzelle der Inspektion 21 in der Au konnte diese Frage am Mittwoch nicht eindeutig geklärt werden.

Wie berichtet, zeigte die 23-jährige Tamara (Name geändert) einen Beamten (33) an, weil sie in der Haftzelle von einem Faustschlag schwer verletzt (Nasenbruch, angebrochene Augenhöhle) wurde. Die junge Frau hatte unter Drogeneinfluss massiv randaliert und dem Beamten ins Gesicht gespuckt. In Erwartung eines Kopfstoßes hatte der  Polizist seinen  Faustschlag als Notwehr gerechtfertigt. Ob die Verhältnismäßigkeit gewahrt wurde, ist nun Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens.

Tamara gab an, den Langzeit-Blitz einer Kamera gesehen zu haben. Sie schloss daraus, dass sie gefilmt wurde. Ihr Anwalt Franz J. Erlmeier recherchierte und bekräftigte am Mittwoch erneut:  „Ein interner Ermittler sagte mir in einem Telefonat, dass es eine Videoaufnahme gebe.“ Polizeivizepräsident Robert Kopp erklärte dagegen: „Keiner der anwesenden Beamten hat gefilmt. Die Frau verwechselt das Blitzlicht vermutlich mit einer Taschenlampe, die einer der Beamten eingeschaltet  hatte, um die Szene auszuleuchten.“ Das ist nach Polizeiangaben übliche Praxis. Die für schwierige Einsätze vorgesehene Kamera in der Inspektion wurde nicht benutzt. Die Ermittlungen dauern an.

Dorita Plange

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