23 Polizisten kämpfen gegen Graffiti

München - Mit Aufklärung über die strafrechtlichen Folgen will die Münchner Polizei das Problem illegaler Graffiti eindämmen. Die Koordinierungsgruppe Graffiti München gewährt Einblicke in die Szene.

Den Schaden zahlt am Ende immer der Bürger – oder eben der Kunde: Graffiti-Schmierereien an Zügen, U- und S-Bahnen, öffentlichen Gebäuden und privaten Zäunen, Mauern oder Häusern richten alljährlich Millionenschäden an. Bundes- und Landespolizei haben ihre übergreifende Ermittlungs-Kooperation in diesen Fällen nach elf erfolgreichen Jahren nun erneut verlängert.

Die Koordinierungsgruppe Graffiti München (kurz KoGra genannt) besteht zur Zeit aus 23 Beamten, die bis Oktober 3500 Einzelfälle registrierte und 350 davon einzelnen Tätern bzw. Tätergruppen zuordnete. Dieses Graffiti-Gruppen nennen sich Crews, bestehen aus bis zu 15 Sprayern und sind in der Lage, einen ganzen Zug innerhalb von Minuten komplett zu bemalen. Die weitaus überwiegende Masse derer, die sich Graffiti-Künstler nennen, sind minderbegabte Schmieranten oder schlicht Vandalen. „Zu denen zählen neuerdings immer häufiger die Ultra-Gruppierungen der Fußballvereine, die wie Straßenköter an jeder Ecke ihre Reviere kennzeichnen und sich dabei ständig überbieten“, erklärte ein KoGra-Ermittler. Der harte Kern der Münchner Graffiti-Szene besteht aus etwa 100 jungen Leuten, die für ihre Farborgien an Zügen sogar ihr Leben riskieren. Die Zahl der Mitläufer wird auf etwa 2000 geschätzt. Zu den begehrten Zielen zählen die Münchner Bahnanlagen mit ihrem weltweit größten S-Bahn-Netz (440 Bahnkilometer), ihren 170 Bahnhöfen und 800 Schienenkilometern.

Anlässlich der Sommer-Stadtfeste wurden die Isar-Brücken aufwendig gereinigt. Es dauerte keine Woche, da sahen sie wieder aus wie vorher. Die Reinigungskosten variieren je nach Farbe, Untergrund und Örtlichkeit zwischen 30 und 2000 Euro pro Quadratmeter.

dop.

Rubriklistenbild: © dpa

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