Geldsorgen: Hat sich Peter M. abgesetzt?

München - Seit Tagen verdichten sich die Hinweise, dass an dem Krimi-Drama um den verschwundenen Tankstellen-Chef Peter M. (48) etwas faul ist. Am Freitag bestätigte auch die Mordkommission den Verdacht.

München: Tankstellenpächter verschwunden

„Nach derzeitigem Ermittlungsstand spricht vieles dafür, dass sich der Vermisste abgesetzt hat. Ein mögliches Motiv dürften finanzielle 

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"Bitte gebt uns unser Liebstes wieder"

Schwierigkeiten sein“, so Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission. Um welche Summen es dabei geht und was das für die Ehefrau, den Sohn und die Eltern des Familienvaters bedeutet – darüber wollte Kraus nicht ins Detail gehen: „Man muss der Familie Zeit geben, diese Erkenntnisse zu verarbeiten.“ Trotz der Wendung will die Mordkommission eine Entführung oder ein Gewaltdelikt noch nicht ganz ausschließen.

Peter M. verließ am Montag um 7.45 Uhr seine Aral-Tankstelle an der Richard-Strauss-Straße, wollte 2000 Euro am Geldautomaten in der HypoVereinsbank am Herkomerplatz einzahlen. Seitdem war er verschwunden. Nur sein Porsche blieb zurück – unverschlossen und mit einer Blutspur auf dem Lack. Auf dem Beifahrersitz lag die Geldbörse ohne Kreditkarten, auf dem Gehsteig die leere Geldmappe. Mit Hilfe von Zeugen konnte die Polizei den Zeitraum seines Verschwindens auf die Zeit von 7.57 bis 8.02 Uhr eingrenzen. In diesen Minuten muss M. in ein Taxi oder ein (bereitgestelltes?) Fahrzeug gestiegen sein. Dafür sucht die Polizei (Tel. 2910-0) noch Zeugen.

M. nahm vermutlich nur seinen Personalausweis, die Kreditkarten und die 2000 Euro mit. Ob er mehr Geld für seine Flucht beiseite legte, ist unklar. Sicher jedoch ist: Sein aufwändiger Lebensstil passte schon lange nicht mehr zu seiner finanziellen Situation. Seit dem Bau des Richard-Strauss-Tunnels warf die Tankstelle nur noch einen Bruchteil früher Einnahmen ab und auch der Car-Cleaning-Service konnte die Situation nicht retten. Trotzdem behielt M. weiterhin seinen weißen Porsche und den schwarzen Porsche Cayenne für seine Frau sowie das große Haus bei Pliening (Landkreis Ebersberg).

Von dieser dramatischen Situation ahnten seine Eltern, von denen er einst die Tankstelle übernahm, nichts: „Wir können uns das alles gar nicht vorstellen,“ sagte seine Mutter verstört. „Vielleicht ist man ein bisschen blind, wenn man sein Kind so liebt.“ Immerhin bleibt den beiden der Trost, dass der Sohn mit größter Wahrscheinlichkeit lebt und auch wieder zurückkommen wird – wenn auch vielleicht in Handschellen.

Dorita Plange, Jacob Mell

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