Verkehrsbericht für 2012

Gefahr durch Raser auf Münchens Straßen nimmt zu

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Wie bei diesem Unfall in Tuntenhausen am Montag starben in München vergangenes Jahr 23 Menschen auf der Straße.

München - Die Zahl der Verkehrsunfälle in München ist im vergangenen Jahr gestiegen, primär der Raser wegen. Doch der Verkehrsbericht der Münchner Polizei offenbart auch Positives. Die wichtigsten Fakten:

Das Polizeipräsidium München hat am Dienstag seinen Verkehrsbericht für das Jahr 2012 vorgestellt. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Zahl der Unfälle und Verkehrstoten leicht gestiegen

Die Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich sind um drei Prozent auf rund 53 000 angestiegen. Die Zahl der Verletzten ist leicht zurückgegangen, die der Schwerverletzten um 7,9 Prozent. 23 Menschen starben auf der Straße (gegenüber 21 im Jahr 2011), darunter sieben Fußgänger, sechs Radfahrer, sechs Pkw-Insassen und vier Motorrad oder Mopedfahrer. Auffällig ist, dass die Senioren in der Gruppe der Verkehrstoten mit fast 40 Prozent deutlich überrepräsentiert sind.

Die größte Gefahr: Zu schnelles Fahren

Dramatisch gestiegen ist vor allem eine Zahl: Die der Crashs, die darauf zurückzuführen sind, dass die Fahrer zu sehr aufs Gaspedal drückten oder ihre Geschwindigkeit nicht den Straßenverhältnissen anpassten. Sie ist um fast 41 Prozent angestiegen.

Weniger Alkohol, mehr Drogen

Die Zahl der Verkehrsunfälle, die unter Alkoholeinfluss passierten, ging im Jahr 2012 um 7,4 Prozent auf 527 zurück. Nur 2010 war dieser Wert noch niedriger. Dementsprechend registrierte die Polizei in diesem Zusammenhang auch weniger Verletzte und Getötete als im Vorjahr. Der Schein darf jedoch nicht trügen. Denn auch wenn heute viele Verkehrsteilnehmer verantwortungsvoller als in früheren Jahren mit Alkohol umgehen, stellt die alkoholisierte Teilnahme am Straßenverkehr nach wie vor eine der Hauptunfallursachen dar.

Anders als bei Alkohol-Crashs verhält es sich bei Unfällen unter Drogeneinfluss und sonstigen Rauschmitteln. Deren Zahl stieg um 11 auf insgesamt 46 Fälle zu verzeichnen. Die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss, bei denen sich Menschen verletzten, hat sich beinahe verdoppelt. Diese Werte liegen unter dem langjährigen Mittelwert. Überproportional oft sind Jugendliche zwischen 18 und 24 Jahren unter Drogen unterwegs.

Die Unfallbilanz: Das sagt die Statistik

Statistisch gesehen ereignete sich im Bereich des Polizeipräsidiums alle neun Minuten ein Verkehrsunfall. Nahezu alle eineinhalb Stunden kam bei einem Unfall eine Person zu Schaden, alle zehneinhalb Stunden verunglückte ein Mensch bei einem Verkehrsunfall schwer. Beinahe jede zweite Woche starb ein Mensch auf Münchens Straßen, den Landkreis eingerechnet.

München: Eine der sichersten Großstädte Europas

Aus dem teils erfreulichen, teils besorgniserregenden Fakten des Berichts zieht Polizeivizepräsident Robert Kopp einen Schluss: Die Landeshauptstadt München gehört auch im Bereich der Verkehrssicherheit zu den sichersten Großstädten in Deutschland und in ganz Europa. Damit das so bleibt, wollen er und sein Team sich auch heuer "rund um die Uhr für die Verkehrssicherheit aller Menschen im Ballungsraum München einsetzen und ein verlässlicher Ansprechpartner sein“.

mcf

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