Polizei muss einschreiten

Fundsachen-Versteigerung: Chaos bei MVG-Auktion

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Hoffnung auf ein gutes Geschäft: Der Auktionsraum der MVG war gestern überfüllt. 

München - Weil nicht genug Platz für alle Besucher war, kam es bei der Versteigerung verlorener Gegenstände zu Reibereien. 

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) versteigert die Fundsachen aus Bus, U-Bahn und Tram: Diese Nachricht zog am Mittwochnachmittag etliche Kauflustige in die Elsenheimerstraße im Westend. Innerhalb kürzester Zeit waren die 90 verfügbaren Bieterkarten vergriffen, der Raum, in dem die Auktion stattfand, hoffnungslos überfüllt.

Es war wohl die Hoffnung auf Technik-Schnäppchen, die so viele Menschen zu der Versteigerung trieb. Denn auf der Auktionsliste standen neben Fahrrädern, Bekleidung und zahllosen Regenschirmen auch hochwertige Elektronikgeräte. Schon für Startgebote ab 20 Euro konnten Bieter in das Rennen um die neuesten Smartphone-Modelle und Tablet-Computer einsteigen.

Diese Niedrigpreise führten dazu, dass die Veranstalter bereits vor Beginn der Auktion die Polizei in die Elsenheimerstraße rufen mussten: Einige besonders renitente Schnäppchenjäger hatten die aus Sicherheitsgründen verhängte Einlasssperre nicht einfach so akzeptieren wollen. Erst die Beamten brachten sie dazu, die Auktionsräume zu verlassen.

Diejenigen, die sich rechtzeitig einen Platz gesichert hatten, schlugen dafür oft gleich mehrmals zu. Rund 340 Einzelposten kamen insgesamt unter den Hammer.

Erst seit 2014 gibt es das MVG-Fundbüro an der Elsenheimerstraße 61. Davor wurden die Fundgegegenstände aus den öffentlichen Verkehrsmitteln im städtischen Fundbüro an der Ötztalerstraße gesammelt.

Die Versteigerung am Mittwoch war die erste ihrer Art. Denn mindestens ein halbes Jahr lang müssen Fundsachen im MVG-Fundbüro aufbewahrt werden, bevor sie zur Versteigerung frei gegeben werden.

Die Auktionsgegenstände hatten sich seit der Eröffnung des Büros im September letzten Jahres angesammelt. Die Verlierer der teuren Elektronikgeräte, Designer-Handtaschen und Schmuckgegenstände, die am Mittwoch unter den Hammer kamen, hätten also mehr als genug Zeit gehabt, ihre Schätze bei der MVG abzuholen. Warum sie es nicht taten bleibt ihr Geheimnis. Doch ganz leer ausgehen müssen sie – zumindest theoretisch – auch nach der Versteigerung ihrer Besitztümer nicht: Das Geld, das bei der Versteigerungen für die Fundsachen zusammenkam, können die ehemaligen Eigentümer noch drei Jahre nach dem Auktionstermin für sich in Anspruch nehmen. Erst danach geht es an die MVG. 

Annika Schall

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