Wo steckt der Gangster?

Polizei nimmt falschen „Lippenpresser“ fest

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Daunenjacke, Mütze, Brille – und das markanteste Merkmal: die zusammengepressten Lippen.

München - Der „Lippenpresser“ schien gefasst. Doch jetzt wurde klar: Die Polizei hat den Falschen geschnappt. Die Jagd auf den Verbrecher geht nun weiter.

Mit einem Bild aus einer Überwachungskamera suchte die Polizei im vergangenen Oktober nach dem Mann, der seit drei Jahren EC- und Kreditkarten klaut und dann das Geld ihrer Besitzer abzockt. Der Täter schien gefasst. Doch die Polizei hat den Falschen geschnappt. Die Jagd auf den „Lippenpresser“ geht weiter!

Mehr als 40 Kreditkartendiebstähle wurden dem Festgenommenen vorgeworfen. Schaden: knapp 20 000 Euro! Ein Hinweis aus der Bevölkerung hatte die Ermittler zu dem Unterschleißheimer geführt, der zwei Tage nach der Veröffentlichung des Fotos in der Wohnung seiner Freundin im Münchner Norden verhaftet wurde. Zwar ist auch der irrtümlich Inhaftierte kein Unbekannter bei der Polizei und hat zudem eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Mann, der auf den Bildern der Überwachungskamera zu sehen ist. Doch der 48-Jährige ist nicht der gesuchte Seriendieb! Wie ein Polizeisprecher der tz bestätigte, wurde der anfangs Tatverdächtige bereits am 12. Dezember aus der Untersuchungshaft entlassen. Gegen den Unterschleißheimer laufen aber dennoch Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Betrug. Wohl auch deshalb sind die Fahnder schnell auf ihn gekommen.

Jetzt beginnt die Suche nach dem dreisten Karten-Abzocker von vorne. Wieder ist die Polizei auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Hat der „Lippenpresser“, der seinen Namen bekommen hat, weil er auf den Fotos der Überwachungskamera ständig seine Lippen zusammenkneift, etwa schon wieder zugeschlagen? Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, kann die Polizei darüber momentan keine Auskünfte erteilen. Eine erneute Öffentlichkeitsfahndung sei aber vorläufig nicht vorgesehen.

Der „Lippenpresser“ schlug meist zwischen 18.30 Uhr und Mitternacht in Gaststätten in der Münchner Innenstadt zu. Dort durchsuchte er Jacken der Gäste, machte sich mit deren EC- und Kreditkarten davon und versuchte, an Bankautomaten Geld abzuheben. Auch mehrere Zugtickets löste er. 

Johannes Heininger

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