Kontrollen im Stadtgebiet

Polizei macht Jagd auf Radl-Rambos

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Die Polizei schaut in den nächsten drei Wochen den Radlern in München ganz genau auf die Pedale. Ein beliebter Kontrollpunkt ist übrigens die Leopoldstraße.

München - Knapp 2400 Fahrradunfälle haben sich 2013 in München ereignet - mit etlichen Schwerverletzten. Das muss nicht sein, findet die Polizei. Seit Montag nimmt sie Münchens Radler ins Visier.

Eigentlich lernt man es ja schon als kleines Kind: Wer über eine Straße fährt, muss links und rechts schauen. Wenn ein Radweg da ist, sollte man ihn nutzen - in der richtigen Richtung. Scheint ja ganz einfach und dennoch passieren in München jedes Jahr hunderte schwere Unfälle mit Radlern.

Die jüngsten Zahlen sprechen für sich: 610 schwerverletzte Menschen gab es laut Pressemitteilung der Polizei im Stadtgebiet München im vergangenen Jahr insgesamt. Über ein Drittel davon (254) waren Fahrradfahrer. Polizeivizepräsident Robert Kopp bringt es auf den Punkt: „Fast jeder zweite Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen des letzten Jahres in München war als Fahrradfahrer unterwegs." In mehr als der Hälfte der Fälle waren die Radler auch die Verursacher. Drei Radfahrer fanden 2013 sogar den Tod auf Münchens Straßen. Da kommt einem auch gleich wieder der tragische Unfall am Frankfurter Ring vor wenigen Tagen in Erinnerung, bei dem ein Mann von einem Lasterfahrer überrollt wurde. Die Schuldfrage soll hier nicht gestellt werden.

Tag für Tag teilt die Polizei Unfälle mit Radlern mit. Die Ursache liegt häufig im falschen Verhalten, häufig werden unnötige Risiken eingegangen. Die Unfallursache Nummer Eins ist laut Polizeivizepräsident Kopp immer noch das "Geisterradeln". Auch hier gab es erst vor kurzem wieder einen schweren Unfall nahe des Olympiageländes.

Dabei macht Radeln in München eigentlich so viel Spaß. Die Polizei will nun wieder dafür sorgen, dass es auch sicherer wird. Mit der Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ sagt sie Radl-Rambos den Kampf an. Zwischen 16. Juni und 6. Juli, also drei Wochen lang, werden die Beamten verstärkt die Radler ins Visier nehmen, aber auch Autofahrer und Fußgänger.

Die Aktion gibt es nicht zum ersten Mal. In bewährter Manier findet sie in Kooperation mit der Stadt München statt. Die Bilanz war bisher immer positiv, heißt es von der Polizei. Die Radler würden danach wirklich vorsichtiger fahren - und auch die anderen Verkehrsteilnehmer mehr aufeinander achten.

Das rät die Polizei

...den Radlern

  • Fahren Sie stets nüchtern - bereits ab 0,3 Promille können Sie sich strafbar machen.
  • Zeigen Sie mit Handzeichen rechtzeitig an, wohin Sie fahren möchten.
  • Schalten Sie rechtzeitig das Licht ein.
  • Das Handyverbot nicht vergessen.
  • Immer mit Helm fahren.

 … den Autofahrern:

  •  Halten und parken Sie nicht auf Rad- oder Gehwegen.
  •  Blinken sie rechtzeitig.
  •  Vergessen Sie beim Abbiegen den Schulterblick nicht und kalkulieren Sie den „toten Winkel“ ein.
  • Achten Sie bei schlechter Witterung auf dunkel gekleidete Radler oder Fußgänger.

 … den Fußgängern:

  •  Überqueren Sie Ampeln ausschließlich bei Grünlicht.
  •  Bitten Sie als älterer Verkehrsteilnehmer andere Passanten um Hilfe, wenn Sie die Fahrbahn überqueren.

Kathrin Garbe

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