Grieche (33) lauert ihr im Hausflur auf

Ex ersticht junge Mama - Familie bricht zusammen

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Die Verwandten des Täters brechen vor Ort zusammen.

München - Viele hatten es kommen sehen: Der Grieche Taifoun A. ersticht seine von ihm getrennt lebende Frau Sampre B. im Treppenhaus. Der Täter ist bei der Polizei kein Unbekannter.

Keine zwei Wochen ist es her, dass die Polizei ihn gewarnt hat, das Kontaktverbot einzuhalten. Alles umsonst! Am Montagmorgen hat der Grieche Taifoun A. (33) seine von ihm getrennt lebende Frau Sampre B. (29) im Treppenhaus mit drei Stichen in den Rücken getötet. Er hat seinen zwei Söhnen (6 und 8 Jahre) die Mutter genommen.

Nachbarn und Freunde - vielleicht sogar die junge Griechin selbst - haben es wohl kommen sehen. Das Ehepaar aus der Grenzregion zur Türkei, das seit acht Jahren verheiratet war, hatte schon kurz nach ihrem Umzug nach Deutschland vor zweieinhalb Jahren massive Probleme. „Der tatverdächtige Mann, der als Küchenhilfe arbeitet, ist nicht unbekannt“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. 2012 habe es bereits zwei Verfahren wegen körperlicher Übergriffe auf die Frau gegeben. „Sie wurden aber wieder eingestellt, weil die Frau dazu nichts sagen wollte.“ War sie so eingeschüchtert? Im Juni 2013 verhängt das Familiengericht ein Kontaktverbot, die Hausfrau bekommt die gemeinsame Wohnung in der Reginfriedstraße zugesprochen. Aber die Hoffnung auf Ruhe und Frieden währt nicht lange.

Taifoun macht Drohungen wahr

Noch im Juni verstößt der muslimische Ehemann gegen das Kontaktverbot, randaliert, demoliert Möbel und wird wieder handgreiflich. Im Juli belästigt er Sampre erneut. Ein Nachbar erzählt der tz, er habe gedroht, seiner Frau Säure ins Gesicht zu schütten. Laut Polizei kündigte er auch an, dass er sie „abstechen“ wolle.

Leider bleibt es nicht bei leeren Worten: Am Montag gegen 8 Uhr geht ein Notruf bei der Polizei ein. Eine Nachbarin, die schon seit mehr als 30 Jahren in dem Haus wohnt, sagt: „Ich wollte mir gerade die Zeitung holen und habe im Stockwerk unter mir Tumulte gehört. Das waren furchtbare Schreie. Ich habe sofort die Polizei alarmiert. Kurze Zeit später war schon ein Großaufgebot da.“ Gottseidank: Die Buben sind zu dieser Zeit schon im Kindergarten und in der Schule.

Als die Polizei eintrifft, lebt die Frau noch, das Messer steckt im Rücken. Der Notarzt aber kann nur noch den Tod feststellen. Zu dieser Zeit geht der Ehemann Richtung Grünwalder Stadion - bis hierhin zieht sich eine rote Blutspur. Dann meldet sich der Grieche bei der Polizeiinspektion 23 in Giesing. Einer Beamtin (die Türkisch versteht) gegenüber legt Taifoun A. ein Geständnis ab. Die Staatsanwaltschaft  München I geht nach bisherigen Erkenntnissen von Mord aus. Die Stiche in den Rücken könnten den Tatbestand der Heimtücke erfüllen.

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Diese schreckliche Tat wirft einmal mehr die Frage auf, was ein Kontaktverbot eigentlich bringt. Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch sagt: „Nach dem Gesetz haben wir keine anderen Möglichkeiten. Dass der Mann so schnell gegen das Kontaktverbot verstößt - daraus hätten wir unsere Schlüsse ziehen müssen. Aber das Verfahren zu den letzten vier Vorfällen lief noch …“

Noch während die Spurensicherung Montag vor Ort ist, treffen Verwandte des Ehemanns ein. Als die Leiche der Frau abtransportiert wird, schreien und weinen sie. Erschütternd: Augenzeugen übersetzten und berichten, dass diese nicht um die ermordete Frau trauern, sondern um ihren Taifoun, der nun im Gefängnis sitzt.

nba/ jam/ arb

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