Hackerbrücke zeitweise gesperrt - Beeinträchtigungen auf Stammstrecke

Hackerbrücke zeitweise gesperrt - Beeinträchtigungen auf Stammstrecke

Messer-Mord im Strip-Club

Polizei fahndet nach diesem Mann: 5000 Euro Belohnung

+
Die Polizei hat eine heiße Spur und fahndet nach Schakura (l.).

München - Nach dem Mord an der Geschäftsführerin der Tabledance-Bar Kapitol fahndet die Polizei jetzt mit einem Lichtbild nach dem mutmaßlichen Täter. Für Hinweise auf den Täter wurde jetzt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

Montagfrüh erst wurde er aus der Haft entlassen. Nur 24 Stunden später wurde er offenbar zum Mörder: Seit Mittwoch Mittag sucht die Münchner Polizei den Russen Jurij Schakura (44) per Haftbefehl. Er steht unter dem dringenden Verdacht, die Bardame Natallia „Natascha“ G. (35) im Nachtclub „Kapitol“ in der Arnulfstraße 16 ermordetzu haben.

Der Mann war erst am Montag nach sechsjähriger Haftstrafe wegen eines Mordversuchs aus der Psychiatrie in Haar entlassen worden. Er hatte im Jahr 2006 im Suff einen Mann niedergestochen, der knapp überlebte. Wenige Stunden nach der Entlassung tauchte er am späten Montagabend in der Nachtbar „Kapitol“ auf, wo er Natallia belästigte – so massiv, dass gegen Mitternacht die Polizei gerufen wurde. Da jedoch hatte der 44-Jährige das Lokal bereits verlassen. Keine sechs Stunden später wurde Natallia um 5.45 Uhr von zahlreichen Messerstichen durchbohrt sterbend in der Bar gefunden. Juri Schakura hat seitdem sein Handy ausgeschaltet, meldete sich auch bei seinem Bewährungshelfer nicht. Zudem wurde seine blutgetränkte Kleidung gefunden. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Die Polizei warnt: Achtung die Person ist gewalttätig!

Im Rotlichtviertel geht die Angst um

Nataschas schrecklicher Tod hat sich im Bahnhofsviertel wie ein Lauffeuer herumgesprochen – hier, wo jeder jeden irgendwie kennt. Die gebürtige Ukrainerin war seit vielen Jahren im Nachtleben unterwegs, arbeitete in verschiedenen Tabledance-Bars rund um die Schillerstraße. In den zahlreichen Animierclubs rund um den Hauptbahnhof arbeiten vor allem Frauen aus Russland und Osteuropa. Viele der Frauen haben Kinder. Auch Nataschas Tochter (13) lebt nicht in Deutschland. Ihre Mutter schickte regelmäßig Geld nach Hause.

„Natascha war ein wunderbarer Mensch“, sagen ihre Kolleginnen. Und irgendwie etwas Besonderes. „So eine schöne Frau. Sie hätte Fotomodell sein können.“ Trotz der vielen Clubs im Bahnhofsviertel halten die Damen zusammen. Sie tauschen ihre Erfahrungen aus, ratschen miteinander, besuchen sich in den Bars. Sie haben gleiche Schicksale, ähnliche Sorgen. Jetzt haben alle ein mulmiges Gefühl: „So lange ihr Mörder nicht gefasst ist, sind wir noch aufmerksamer.“

Mysteriöser Vorfall in Tabledancebar: Frau stirbt im Krankenhaus

Mysteriöser Vorfall in Tabledancebar: Frau stirbt im Krankenhaus

Auch Natallias Chef, der Kapitol-Betreiber Tobias W. ist in Sorge: „Es wäre für mein Team und mich eine große Erleichterung, wenn der Mörder bald gefasst würde. Die Frauen würden sich zumindest wieder sicherer fühlen, auch wenn der Schock tief sitzt und es noch lange dauern wird, bis sie dieses Verbrechen verkraftet haben.“

Gestern hat sich Tobias W. mit seinen Mitarbeiterinnen getroffen. „Viel miteinander reden ist jetzt ganz wichtig. Es ist das Einzige, was ich für sie tun kann“, so der Geschäftsführer. Unter Schock stehe vor allem noch der Lagerarbeiter, der die sterbende Natallia Dienstagfrüh fand. „Gott sei Dank hat er eine Familie. Das fängt ihn ein wenig auf.“

Zeugenaufruf:

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, insbesondere zum Aufenthaltsort, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Auslobung:

Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt.

Jacob Mell, Tina Layes, Dorita Plange

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring

Kommentare