Polizei muss Straßen sperren

Rätselhafte Ölspur: Sie bricht sich die Schulter

Claudia T. (45) auf ihrem Roller, der jetzt Schrott ist.

München - Eine rätselhafte Ölspur durch München hat am Donnerstag zu Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Die Polizei musste sogar Straßen sperren.

Die ­Dieselspur in der Notburgastraße

Seit einem Jahr hatte sich die Münchner Sekretärin Claudia T. (45; Name geändert) auf ihren Urlaub in Österreich gefreut, solange dafür gespart und alles genau geplant. Am Freitag sollte es losgehen. Doch die Freunde müssen ohne sie fahren. Denn die sitzt jetzt zur Untätigkeit verdammt Zuhause und könnte heulen vor Enttäuschung. Schuld daran ist eine zehn (!) Kilometer lange und 50 Zentimeter breite Diesel-Spur, die ein bislang unbekannter Lkw-Fahrer am frühen Donnerstag quer durch Moosach, Gern und Nymphenburg und wieder zurück hinterließ. Und die wurde Claudia T. zum Verhängnis...

Um 6.45 Uhr meldete sich das erste Unfallopfer – ein Rollerfahrer (54), der in der Rechtskurve gestürzt, aber unverletzt geblieben war. An fast der gleichen Stelle auf Höhe der Menzinger Straße 15 traf es keine fünf Minuten später Claudia T. auf ihrem dreirädrigen, feuerroten Trend-Roller Gilera Fuoco 500ie: „Ich war auf dem Weg zur Arbeit. Urplötzlich zog es mir das Hinterrad weg.“ Die Sekretärin stürzte hart auf die rechte Seite: „Ich konnte nichts mehr verhindern. Gottlob haben die Autofahrer hinter mir rechtzeitig gebremst.“

Feuerwehr und Polizei rückten an und verfolgten die Diesel-Spur, die überhaupt kein Ende mehr zu nehmen schien: Vom Wintrichring führte sie stadteinwärts über die Menzinger Straße zum Romanplatz und bis kurz vor die Laimer Unterführung. An der Kreuzung zur Winfriedstraße muss das Fahrzeug (vermutlich ein Lkw) gewendet haben. Die Spur führte die gleiche Strecke wieder zurück und führte über Nederlinger- und Baldurstraße am Westfriedhof (Gern) vorbei bis zur Dachauer Straße (Moosach). Dort muss der Lkw-Fahrer den Sprit-Schwund endlich bemerkt und das Leck vollständig beseitigt haben, denn die Spur endet dort abrupt. 900 Liter Ölbindegranulat verwendete die Feuerwehr, um die Sauerei zu beseitigen. 20 Öl-Warnschilder wurden aufgestellt. Es gab Riesenstaus bis 12 Uhr. Und Claudia ist die Leidtragende: „Meine Schulter ist zwei Mal gebrochen, mein Roller hat wahrscheinlich Totalschaden und mein Urlaub ist futsch. “

Die Polizei (Telefon: 089/6216-3322) bittet dringend um Hinweise.

Dorita Plange

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