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Bank-Bomber schlagen wieder zu - Automat in Oberschleißheim gesprengt

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Von: Phillip Plesch

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Der gesprengte Automat in Oberschleißheim - auf dem Boden Farbe aus den Geldkassetten.
Der gesprengte Automat in Oberschleißheim - auf dem Boden Farbe aus den Geldkassetten. © Privat

Der nächste Fall: Wieder haben Unbekannte einen Geldautomaten gesprengt - diesmal in Oberschleißheim. Eine Spur zu den Tätern gibt es noch nicht.

München - Rote Farbspritzer sind auf dem Boden verteilt, daneben liegen Geldkassetten und gebröckelter Putz - zu sehen ist ein völlig zerstörter Geldautomat. Es ist schon wieder passiert! Unbekannte haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen Automaten der Postbank gesprengt und sich mit der Beute aus dem Staub gemacht. Tatort war diesmal der Oberschleißheimer HIT-Markt.

Die Polizei bestätigt auf tz-Nachfrage, dass der Postbank-Automat ausgeräumt wurde. Zur genauen Schadenssumme sowie zur Tatzeit und den mutmaßlichen Tätern konnte sie aber noch keine Angaben machen. Die Spritzer auf dem Boden sind übrigens kein Blut, sondern Farbe, die verhindern soll, dass man die Geldscheine nach dem Raub verwenden kann.

Die Masche der Bank-Bomber ist nämlich nicht neu, die Banken haben sich gerüstet. Mittlerweile wurden so viele Automaten gesprengt, dass die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg bereits Konsequenzen gezogen hat: Sie hat ihre SB-Geschäftsstellen mit Bankautomaten in Gilching, Inning und Percha (Kreis Starnberg) außer Betrieb genommen.

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Vielzahl von Sprengungen: Banken reagieren

Die Serie von Anschlägen war zuletzt auch Thema bei der Innenminister-Konferenz in München. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach von fast 500 erfolgten und versuchten Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland im Jahr 2022: „Das ist ein einsamer Rekord.“ Zum Vergleich: Deutschlandweit wurden laut Bundesinnenministerium in den Jahren 2020 und 2021 rund 800 Geldautomaten gesprengt. (2020: 414; 2021: 392). Und das waren bereits die höchsten Fallzahlen seit Beginn der statistischen Erfassung 2005. In Bayern ist mit mehr als 30 Sprengungen schon ein neuer Rekord erreicht.

„Diese Entwicklung müssen wir sehr ernst nehmen. Die hochprofessionellen Täterbanden verursachen nicht nur hohe wirtschaftliche Schäden“, betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Besonders problematisch sei auch, dass mit den Sprengungen eine rücksichtslose Gefährdung von unbeteiligten Dritten, Anwohnern und Einsatzkräften einhergehe. „Wir müssen deshalb diese skrupellosen Verbrecherbanden und deren Hintermänner konsequent hinter Gitter bringen.“

Die Polizei geht davon aus, dass bundesweit hinter etwa zwei Drittel aller gesprengten Bankautomaten mehrere größere Gruppen aus den Niederlanden stecken. Daher gebe es in den Bundesländern, die näher an den Niederlanden liegen, mehr Fälle als in Bayern. Leider sei es schwierig, die Täter zu fassen, da diese hochprofessionell und unglaublich rücksichtslos vorgingen, sagte ein Sprecher. Meist liegen die Automaten in der Nähe einer Autobahn - so dass die Täter einfach und schnell fliehen können.

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