Polizei stellt Kriminalstatistik 2013 vor

Die Opfer hinter den nackten Zahlen

München - Die Polizei hat am Freitag die Münchner Kriminalstatistik 2013 vorgestellt. Die tz erzählt die Schicksale hinter den nackten Zahlen.

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Steigende Einbruchszahlen, Fußballgewalt, der Wegfall der Vorratsdatenspeicherung und die in der Anonymität des Netzes blühende Cyberkriminalität – das sind die Brennpunkte in der Münchner Kriminalstatistik 2013, die Polizeipräsident Hubertus Andrä und der Leitende Kriminaldirektor Harald Pickert am Freitag vorstellten. Auch wenn München mit einer Aufklärungsquote von 61,7 Prozent die sicherste Millionenstadt Deutschlands ist, sieht Andrä in einigen Punkten Handlungsbedarf. Nach diversen Exzessen der letzten Wochen forderte er von den Fußballvereinen „nach außen wahrnehmbare Zeichen gegen Gewalt“. Den Einbrechern (20,2 Prozent mehr Fälle!) setzt er starke Polizeipräsenz auf den Straßen entgegen. Und gegen die Cyberkriminalität haben gerade 36 neue Cybercops ihre Arbeit aufgenommen. Jede Minute ging im Jahr 2013 ein Notruf in der Einsatzzentrale ein. Insgesamt bewältigten Münchens Polizisten 280 000 Einsätze, nahmen 114 810 Straftaten (+ 3 %) auf und gaben 2,4 Millionen Euro für DNA-Analysen aus.

Die tz erzählt die Schicksale hinter den nackten Zahlen:

Dorita Plange

Raub

Die Raubüberfälle sind mit 541 (im Vorjahr noch 597) Delikten rückläufig. Die Opfer jedoch leiden schlimm – wie Zara-Mitarbeiterin Muska N. (22), der ein Räuber mit der Softair-Pistole ins Gesicht schoss. Sie kämpft seitdem mit schwersten psychosomatischen Problemen.

Mord

Domenico L.

14 Morde und 19 Mordversuche geschahen im vergangenen Jahr in München. Zu den Opfern zählt die Bardame Natallia G. († 35). Sie wurde im März in der Kapitol-Bar von einem Gast ermordet. Auch der Mörder der Witwe Inge Wittersheim († 69), die im Oktober in der Corneliusstraße umgebracht wurde, ist gefasst. Ungeklärt ist noch der Mord an Domenico L. († 31), der im Mai an der Isar erstochen wurde.

Körperverletzung

Taki A.

Der Arbeiter Taki A. (53) wollte im Sommer 2013 am Flaucher einen Streit schlichten. Am Ende wurde er selbst schwer verletzt. 4070 Gewalttaten geschahen im Jahr 2013 in München, über 80 Prozent davon waren schwere oder gefährliche Körperverletzungen.

Betrug

Christa L. (84) wurde am Telefon von einem Trickbetrüger belästigt. Mithilfe von Freundin Ilse T. (78) wimmelte sie ihn erfolgreich ab. Insgesamt wurden in München im vergangenen Jahr 440 Senioren von Trickbetrügern bestohlen und um ihr Erspartes gebracht.

Einbruch

Anna (20) überraschte in ihrem Elternhaus in Aubing Einbrecher.

So viele Einbrüche gab es noch nie: 4945 Mal erlebten Bewohner bzw. Geschäftsleute in Wohnungen, Büros, Firmen, Kellern und Häusern in der Stadt den absoluten Albtraum: Einbrecher. Abgesehen von materiellen Schäden erleben Polizisten täglich, welch verheerende seelischen Nöte ein Einbruch bei den Opfern auslösen kann. Anna (20) ist solch ein Fall. Sie überraschte in ihrem Elternhaus in Aubing Einbrecher. Seitdem fühlt sie sich nicht mehr sicher – trotz eines Kampfhundes, einer Alarmanlage an jedem Fenster und des Pfeffersprays.

Rubriklistenbild: © Mell

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