Polizei stoppt Schweizer Ultras: 32 Festnahmen

München - Rund um das Champions-League-Spiel des FC Basel beim FC Bayern war Hooligan-Großalarm in München! Die Polizei zog am Abend eine positive Bilanz: "Unsere Taktik ist aufgegangen." Bilder und Video.

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Sowas kann man wohl einen großen Bahnhof nennen: 300 Polizisten empfingen Mittwoch Früh die ersten 560 Ultra-Fans des FC Basel, der am Abend gegen den FC Bayern antrat. In einem Sonderzug aus der Schweiz fuhren die europaweit berüchtigten Problemfans mit dem klingenden Namen „Inferno“ um 8.40 Uhr auf Gleis 12 in den Münchner Hauptbahnhof ein. Einen „Tag der Abrechnung“ mit der verfeindeten Bayern-Fangruppe „Schickeria“ hatten sie angekündigt, waren sie doch beim Hinspiel aneinander geraten. Doch die Münchner Polizei kassierte vorher ab.

Hooligan-Alarm am Hauptbahnhof und vor der Allianz Arena

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Zurück zum Bahnhof: Immer mehr Schaulustige und Pendler drängten sich an den Absperrungen. Mit einem solchen Empfang hatten die Ultras nicht gerechnet. Und so wichen die Schlachtgesänge sehr bald Frust und gähnender Langeweile. Bereits vor der Abfahrt um Mitternacht in Basel war der Sonderzug von der deutschen Bundespolizei durchsucht worden. Keine wirkliche Überraschung, denn die Kantonspolizei Basel hatte die Aktion vorher offiziell mitgeteilt.

Entsprechend mager war die Ausbeute. Einer warf eine Flasche. Ein anderer hatte Rauschgift dabei. Für beide war die Reise damit beendet. Bis zum Spielende gab es aber doch immerhin 32 Festnahmen; überwiegend wegen Drogenbesitzes. Durch ein Polizei-Spalier und die Absperrgitter mussten die Ultras in München einzeln zur Taschenkontrolle. Mütze runter, Jacke auf, Rucksack auspacken bitte. Einige Frauen – nicht selten Kuriere für allerhand Pyrotechnik und sonstige verbotene Gegenstände – wurden diskret ins weiß-blau-gestreifte Partyzelt zur Leibesvisitation gebeten. Auffallend war nur, dass der aus etwa 200 Männern bestehende harte Kern der Basel-Ultras fehlte. Die Polizei ging davon aus, dass diese fotoscheue Klientel auf anderen Wegen nach München kam.

Mittags zerstreuten sich die Schweizer friedlich zwischen Hofbräuhaus, Christkindlmarkt und Irish Pub. Ein Schweizer kippte bei Burger King im Vollrausch um. Am frühen Abend eskortierte die Polizei die Fan-U-Bahn ins Stadion; die letzten Meter zur Arena waren mit einer Reiterstaffel der Polizei flankiert.

Zwar gelang es einigen Unverbesserlichen, im Stadion diverse bengalische Feuer zu entzünden, doch konnte dies die Bilanz der Polizei nicht trüben: „Wir sind sehr zufrieden“, sagte Sprecher Wolfgang Wenger in der Halbzeit, „unsere Taktik ist aufgegangen.“ So hatte sich die Reise für die Basler nicht gelohnt – zumal ihr FC eine 0:3 Schlappe kassierte.

D. Plange/M. Dürr

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