Polizei sucht den Mörder von Karl-Heinz Radmiller

München - Auf der Suche nach dem Mörder von Karl-Heinz Radmiller, der im Oktober tot in einem Waldstück gefunden worden ist, gibt es noch keine heiße Spur. Jetzt wendet sich die Polizei an die Bevölkerung:

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Die Hinweise aus der Szene blieben bislang aus. Und so griff die Münchner Mordkommission am Mittwoch zu einem der letzten Mittel, um im Fall des ermordeten Münchner Rentners Karl Heinz Radmiller (81) doch noch den entscheidenden Ansatz zu finden: Bei eisiger Kälte nagelten die beiden Kriminalhauptkommissare Karl Ott und Alexander Platten im Wald nahe der B471 bei Ismaning Fahndungsplakate mit dem Bild des Ermordeten an die Bäume. Das Waldgebiet entlang der Isar ist in der Homosexuellen-Szene auch in der kalten Jahreszeit ein beliebter Treffpunkt. Hier hatte nach Erkenntnissen der Mordkommission auch Karl Heinz Radmiller häufig Kontakte zu Männern gesucht – und seinen Mörder getroffen. Im Hochsommer verschwand das Opfer spurlos und wurde erst Wochen später von Waldarbeitern in der Nähe eines Strommasten im dicht bewachsenen Unterholz gefunden.

Karl Heinz Radmiller lebte zurückgezogen in Milbertshofen. In der Zeit nach dem 19. August – es war sehr heiß in jenen Tagen – fuhr er wieder mit seinem schwarzen Rex-Roller (Kennzeichen 603 GHP) an die Ismaninger Isar. Der Roller wurde am 17. September auf dem Waldparkplatz nahe der B471 entdeckt. Karl Heinz Radmillers spärlich bekleidete Leiche wurde erst am 24. Oktober gefunden. Die Obduktion ergab, dass er ermordet wurde. Ob der Fundort zugleich der Tatort ist, ist unklar. Seine Hose fehlt, ebenso Schlüssel, Handy und Geldbörse. Roller und Wohnung des Toten blieben unangetastet.

Zum Verhängnis bei der Lösung dieses schwierigen Falls könnte das Verbot der Vorratsdatenspeicherung werden. So ist es der Mordkommission jetzt nicht mehr möglich, alle Telefonkontakte des Opfers nachzuverfolgen. Mithilfe der Plakataktion hofft die Polizei (Tel. 2910-0), zumindest die Gegenstände zu finden. Für Hinweise wurden 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Dorita Plange

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