Razzia bei Neonazis: Waffen sichergestellt

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Diese Gegenstände stellte die Polizei unter anderem sicher.

München - Am Montag haben neun Vollmitglieder und sieben weitere Mitläufer der als rechtsextremistisch eingestuften "Jagdstaffel" Besuch von Polizei und Staatsanwaltschaft bekommen. Die Beamten wurden fündig. 

Wenn Neonazis zu Waffen greifen und beginnen, sich in hierarchisch gegliederten Bünden zu organisieren, hört der Spaß aus Sicht der Münchner Polizei sofort auf. Was das bedeutet, bekamen 16 Mitglieder und Mitläufer der 2009 gegründeten und als rechtsextremistisch eingestuften „Jagdstaffel Deutsch. Stolz. Treu“ zu spüren.

Alle neun Vollmitglieder und sieben weitere Mitläufer des seltsamen Herrenclubs bekamen am Montag zeitgleich Besuch von Polizei und Staatsanwaltschaft. Alle sind polizeibekannt – darunter auch aktive Neonazis wie Stefan R. und Dominik B. Letzerer gilt als Kopf der „Jagdstaffel“, deren Mitglieder an einem Schießstand in Tschechien mit scharfen Waffen übten.

Zudem gaben sich Dominik B. und Stefan R. als Geschäftsführer einer nicht existenten Schweizer Waffenfirma aus. Die Polizei beschlagnahmte Munition, Schusswaffen, Schlagringe, Nazi-Symbole, Cannabis, einen gefälschten Führerschein und jede Menge entschärfte Dekowaffen, die mit entsprechendem Fachwissen jederzeit wieder scharf gemacht werden könnten. Stefan R.’s Vater – ein Sportschütze mit Hang zur Kriegsverherrlichung – hortet in seiner Wohnung in Geretsried allein 54 Waffen. Legal wohlgemerkt …

Zur Polizei-Pressekonferenz kam am Freitag auch der Neonazi Norman Bordin. Er hatte nur keinen Presseausweis und musste draußen bleiben.

D. Plange

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