Stammstrecke war gesperrt

S-Bahn-Chaos, weil Eltern für ihr Kind (13) die Notbremse zogen

München - Nach einem Polizeieinsatz kam es auf der S-Bahn-Stammstrecke am Freitag noch zu Störungen, die bis 15.30 Uhr weitestgehend behoben waren. Jetzt ist klar, warum die Strecke kurz gesperrt war.

Die Bundespolizei hatte am Freitagmittag diese Meldung erhalten: "S-Bahn steht nach Nothalt im Stammstreckentunnel zwischen Marienplatz und Stachus - Türnotentriegelung betätigt - Strecke gesperrt."

In einer S2 nach Altomünster waren gegen 12.15 Uhr kurz nach Abfahrt am Marienplatz zunächst der Nothalt und anschließend auch die Türnotentriegelung betätigt worden. Die S-Bahn stand im Tunnel, die Stammstrecke war gesperrt. Nach ersten, zunächst widersprüchlichen Meldungen stellte sich heraus, dass ein etwa dreizehnjähriges Mädchen am Marienplatz es nicht mehr rechtzeitig geschafft hatte, in die S-Bahn einzusteigen. Die Eltern des Mädchens standen drinnen und bemerkten es zu spät, die Bahn fuhr los.

Die Eltern oder andere Verwandte sollen den Nothalt gezogen haben. Weil sie zusätzlich die Türnotentriegelung betätigten, konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass Reisende die S-Bahn verlassen hatten und sich im Tunnel befanden. Deswegen wurde auch die entgegengesetzte, stadteinwärtsführende Stecke gesperrt.

Nachdem Bundespolizisten Kontakt zum Triebfahrzeugführer aufgenommen hatten, musste in der S-Bahn geklärt werden, warum Nothalt und Türentriegelung gezogen worden waren. Als die Situation eine halbe Stunde später klar war, fuhren die S-Bahnen wieder in beide Richtungen. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen auf der Stammstrecke.

Die S2 fuhr anschließend mit der Familie und den Bundespolizisten zum Hauptbahnhof. Beamte der Landespolizei brachten das 13-jährige Mädchen vom Marienplatz zur Wache. Dort schloss der 39-jährige Vater seine Tochter überglücklich in die Arme.

mm/tz

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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