Verletzungen nach Polizeikontrolle

Neue Prügelvorwürfe gegen Auer Polizisten

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Ein Standbild von einem Video, das Nachbarn von der Polizeiaktion gegen Klaus B. anfertigten. Zeitweise waren über ein Dutzend Beamte am Ensatzort.

München - Noch ist nicht geklärt, ob Tamara Opfer von Polizeigewalt wurde oder es sich um Notwehr des Beamten handelte. Nun meldet sich ein weiteres Opfer und macht der Inspektion in der Au schwere Vorwürfe.

Der Fall von Tamara (23/Name geändert), die auf der Polizeiinspektion 21 in der Au schwer verletzt wurde, weckt bei Klaus B. (35/ Name geändert) böse Erinnerungen: Er wurde bei einer Kontrolle durch Beamte aus der gleichen Wache böse verletzt. Während des Starkbierfestes am Nockherberg war der Haidhauser 2011 mit einem Spezl auf dem Heimweg, als er sah, dass vor seiner Haustür Polizisten einen Radler kontrollierten.

Klaus B. erlitt Verletzungen im Gesicht.

„Das war neben dem geparkten Auto meiner Frau“, so Klaus B. Da während des Starkbierfestes öfter Autos in der Nähe des Nockherbergs beschädigt würden, wollte der Haidhauser verhindern, dass der Pkw Schrammen abgekommt. Doch der Radler habe sich auf die Motorhaube gesetzt. Klaus B.: „Als ich versuchte, links an einem Polizisten vorbei zum Auto zu gehen, stieß er mich an der Schulter, und trat mir gleichzeitig gegen den Fuß, dass ich stürzte.“ B. lag mit aufgeschlagenen Knien und Kinn auf der Straße. Er und sein Spezl wurden auf die Polizeiwache gebracht. B.: „Dort nahm man uns die Handys ab, danach wurden die Personalien aufgenommen.“

Obwohl die Verletzungen von Klaus B. nicht unerheblich waren, habe ihm sein Anwalt von einer Strafanzeige abgeraten. „Um keine Gegenanzeigen zu provozieren.“ Doch es gab eine Anklage gegen beide wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und Körperverletzung. Klaus B. wurde wegen Beleidigung und Widerstand zu 2500 Euro Geldstrafe verurteilt, sein Spezl sogar zu 3000 Euro!

Auch sein Bein wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch verweist darauf, dass gegen Klaus B. ein Platzverweis erteilt worden war, dem er nicht nachkam. „Er hatte zudem einen Polizeibeamten von hinten an der Schulter angefasst.“ Sein Begleiter habe eine Beamtin an der Schulter gestoßen und beleidigt, weshalb er dann zur Kontrolle festgehalten wurde. In diesem Moment habe sich Klaus B. genähert. „Der Beamte interpretierte das möglichen Versuch, erneut eine Polizeimaßnahme zu verhindern oder der Gefangenenbefreiung.“ Daraufhin habe der Polizist Klaus B. zu Boden gebracht. Und dann soll Klaus B. „Wichser, Pisser, Trottel und Ossi-Sack“ gesagt haben. Klaus B.s Ehefrau sagt dazu: „Das ist nicht sein Vokabular.“ Das Auto wurde übrigens trotzdem verkratzt.

J. Welte

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