Polizeipräsident im tz-Interview

Schmidbauer: Vorfreude auf den neuen Job

Prof. Wilhelm Schmidbauer (54).

München - Am 1. Juli tritt er als Bayerns ranghöchster Polizist das Amt des Landespolizeipräsidenten an:  Prof. Wilhelm Schmidbauer (54). Der tz gab er vorab ein Interview.

Gelöst wirkt er und entspannt, der seit Wochen in der Kritik stehende, scheidende Münchner Polizeipräsident Prof. Wilhelm Schmidbauer (54). Als ob eine große Last von ihm abgefallen ist: Am 1. Juli tritt er als Bayerns ranghöchster Polizist das Amt des Landespolizeipräsidenten an. Der tz gab er ein Interview:

Freuen Sie sich auf Ihre neuen Aufgaben?

Prof. Wilhelm Schmidbauer: Ja, natürlich freue ich mich. Die Ernennung zum Landespolizeipräsidenten ist eine Beförderung und ein Vertrauensbeweis. Ich nehme die Verantwortung gerne auf mich. Ich glaube, ich kann das, was ich in München in den vergangenen zehn Jahren geleistet habe, da gut fortsetzen. Nach dem Motto: „Wer in Bayern lebt, soll sicher leben.“

Verglichen mit anderen Großstädten und Bundesländern haben wir in Bayern bereits eine sehr sichere Lage. Setzen Sie sich ins gemachte Nest?

Schmidbauer: Auf jeden Fall ist es ein ganz geordnetes Haus mit einer leistungsstarken Polizei, die gut ausgebildet ist im Dienste der Bürger. Und zusammen mit den Bürgern. Aber wir müssen aufpassen, dass wir den neuen Herausforderungen gerecht werden. Wir sehen in einigen Bereichen negative Entwicklungen.

Welche sind das genau?

Schmidbauer: Allen voran die Gewaltkriminalität. Rauschgift, insbesondere aus der tschechischen Republik in noch nie dagewesener, körperlicher Verwüstungsintensität. Und natürlich der großen Bereich Cybercrime, die Kriminalität aus dem Internet. Totales Neuland, das wir gerade begonnen haben zu betreten. Vieles, was nun zu bewegen ist, ist natürlich eine politische Entscheidung. Der Herr Innenminister (Joachim Herrmann; Anm. der Red.) hat mich auch für dieses Amt vorgeschlagen, weil er erwartet, dass ich ihm die richtigen Ratschläge geben kann.

Sie werden in Ihrem neuen Amt künftig weniger in der Öffentlichkeit stehen. Können Sie damit leben?

Schmidbauer: Damit habe ich kein Problem. Man ist ja nicht immer, wenn man in der Zeitung ist, auch positiv in der Zeitung. Selbst wenn man Recht hat. Ich bin nicht der eitle Typ, der sich täglich in der Presse lesen muss.

Scharfe Kritik von den Grünen

Die Beförderung des Münchner Polizeipräsidenten Wilhelm Schmidbauer zum Landespolizeipräsidenten stößt bei der Stadtratsfraktion Die Grünen/Rosa Liste auf Unverständnis. Fraktionschefin Gülseren Demirel bezeichnete die Beförderung als „völlig inakzeptablen Karrieresprung für einen Beamten, der gerade erst in aller Öffentlichkeit demonstriert hat, dass er unfähig ist, mit gewalttätigen Übergriffen seiner Untergebenen umzugehen.“ Schmidbauers Verhalten habe schwarzen Schafen bei der Polizei signalisiert, dass sie mit Rückendeckung ihrer Vorgesetzten rechnen können.

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