Polizeischutz für den irren "Katzenhasser"

München - Der Prozess gegen einen “Katzenmörder“ wird wegen der angekündigten Kundgebung von Tierschützern durch ein verstärktes Polizeiaufgebot überwacht. Er soll eine hilflose Katze zu Tode gequält haben.

An diesem Donnerstag muss sich ein Rentner vor dem Münchner Amtsgericht wegen roher Misshandlung und Tötung eines Wirbeltiers verantworten. Der 74-Jährige hat der Staatsanwaltschaft zufolge einen Kater in eine Marderfalle gelockt und am 24. Dezember 2010 mit einem scharfen Wasserstrahl getötet.

Die Besitzer, eine Familie, hatten ihren Kater Rocco wenige Tage vor Weihnachten vermisst und mit Wurfsendungen sowie Plakaten gesucht. Nachbarn beobachteten an Heiligabend, wie der Angeklagte einen Wasserstrahl auf eine Katze in einem Käfig richtete und riefen die Polizei. Der Mann übergab den Beamten auf deren Drängen einen Müllsack mit dem sterbenden Tier. Ein Mikrochip unter Roccos Haut führte zu seinen Eigentümern.

Der Familienvater hatte vor dem Strafprozess den Rentner erfolgreich zivilrechtlich verklagt. Auf Vorschlag des Landgerichts gab der 74-Jährige eine Unterlassungserklärung ab und zahlte an die Familie ein Schmerzensgeld von 500 Euro. Der Kläger bestand auf der Erklärung, weil er noch einen Hund besitze und Wiederholungsgefahr bestehe. Der Rentner soll angekündigt haben, sich weitere Fallen zu besorgen. Er bezeichnet sich als Vogelfreund. Gegen ihn ist der Amtsgerichtsprozess zunächst auf einen Tag angesetzt.

dpa

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