Erfolgreiche Klage

Polizist fälscht Zeugnis und darf trotzdem weiterarbeiten

München - Zwei bayerische Polizisten haben erfolgreich gegen ihre Entlassung geklagt und dürfen im Polizeidienst bleiben. Und dass, obwohl ein 51-Jähriger sein Schulzeugnis gefälscht hatte.

Eine Begründung des Urteils steht noch aus. Im ersten Fall war ein Mann 33 Jahre lang Polizist gewesen - dann flog auf, dass er sich seinerzeit den Job in Uniform mit einem gefälschten Schulzeugnis erschlich. Der 51-Jährige wurde entlassen und verlor seinen Beamtenstatus.

Das Verwaltungsgericht deutete in der mündlichen Verhandlung an, dass es die Entlassung des zur Tatzeit minderjährigen Klägers für unverhältnismäßig hält. Der zuletzt im Landkreis Rosenheim eingesetzte Polizist soll seinen Dienst jahrzehntelang gewissenhaft ausgeübt haben. Als 17 Jahre alter Schüler hatte der Mann die zehnte Klasse des Gymnasiums auch nach einem Wiederholungsjahr wegen einer Sechs in Latein nicht geschafft; ohne den Realschulabschluss hatte er die Voraussetzungen für den Polizeidienst nicht erfüllt. Er habe aber unbedingt Polizist werden wollen, sagte der Kläger. „Die Zeugnisfälschung schien mir der einzige Weg.“

Der zweite Fall betraf einen 2005 zum Beamten auf Probe ernannten 29-Jährigen aus München. Er hatte für eine Reise zu einem Zeugen in Rostock mehr als 140 Euro zu viel Kilometergeld abgerechnet. Das sei zwar objektiv Betrug, subjektiv habe aber wohl kein Vorsatz vorgelegen, sagte der Vorsitzende Richter.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager
Das Sex-Rätsel um den Top-Manager

Kommentare