300 Polizisten nehmen Fahrkarten-Fälscher-Bande hoch

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Eine Bande von Fahrkarten-Fälschern ist der Polizei ins Netz gegangen.

München - Mehrere Monate stand die Bande der Fahrkarten-Fälscher unter Beobachtung der Polizei. Am frühen Donnerstagmorgen schlugen die Ermittler zu - und fanden Fälschungen im Wert von mehreren Zehntausend Euro.

Bei einer Großrazzia hat die Bundespolizei die gut organisierte Gruppierung zerschlagen. Insgesamt durchsuchten die Ermittler am frühen Donnerstagmorgen 23 Wohnungen in München und jeweils eine in Unterhaching, Freising, Zorneding und Bayersoien. Die Polizisten beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial - unter anderem 679 gefälschte Isarcards im Wert von über 33.000 Euro. Fälscherutensilien, Druckvorlagen, mehrere Computer, Handys und Waffen belasteten die vermeintlichen Täter außerdem. Einer der Beschuldigten warf kurz vor der Durchsuchung seiner Wohnung die gefälschten Tickets aus dem Fenster. Sie fielen einer Staatsanwältin direkt vor die Füße.

Die Fälscher-Bande war ins Visier der Polizei geraten, nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder falsche Monatskarten aufgetaucht waren. Einer der Täter arbeitet bei einem Busunternehmen und hatte dort Blankorollen mitgehen lassen. Mit einem ganz normalen Tintenstrahldrucker hat er daraus gefälschte Fahrscheine produziert - qualitätiv so hochwertig, dass Laien sie nicht vom Original unterscheiden konnten.

Die weiteren drei Haupttätern verkauften die Fälschungen in großer Zahl an mindestens 18 Mittelsmänner, die sie dann weit unter dem eigentlichen Preis weiterverkauften. So zahlten die Endabnehmer etwa 35 Euro für einen Fahrschein, der normalerweise 54 Euro kosten würde.

Gegen die vier Haupttäter italienischer und dominikanischer Herkunft im Alter von 22 bis 45 jahren wurde Haftbefehl vollstreckt, drei von ihnen befinden sich in Untersuchungshaft. Der Haupttäter hat sich wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung zu verantworten, die übrigen Beschuldigten erwartet ein Verfahren wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche. Bei der Großrazzia waren mehr als 300 Ermittler und drei Staatsanwälte im Einsatz.

mm

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