Letzter Akt im Prozess

Polizisten-Prügelopfer bekommt Schmerzensgeld

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So sah Prügelopfer Teresa Z. nach der Attacke des Polizisten aus.

München - Eineinhalb Jahre nach den Schlägen durch einen Polizisten in einer Haftzelle der Polizeiinspektion in der Au bekommt Prügelopfer Teresa Z. (24) nun eine finanzielle Entschädigung.

Teresa Z. beim Prozess.

Offiziell haben beide Parteien Stillschweigen über die Höhe der Summe vereinbart. Ein Bruch dieser Vereinbarung hätte eine Vertragsstrafe zur Folge. Nach tz-Informationen haben Teresa Z. und ihr Anwalt Franz J. Erlmeier ein erstes Angebot des Polizeipräsidiums von 10.000 Euro als zu niedrig abgelehnt. Zuletzt sollen sich die Parteien nun auf eine Summe zwischen 10.000 und 15.000 Euro geeinigt haben, „Damit ist aus unserer Sicht ein Schlussstrich unter die Angelegenheit gezogen worden“, erklärte Polizeisprecher Thomas Baumann am Dienstag.

Noch längst nicht erledigt ist die Angelegenheit für den Prügelpolizisten Frank W. (34), der bereits im August 2013 in erster Instanz wegen Körperverletzung im Amt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde. Am 20. Januar 2013 hatte der Polizist der gefesselten Teresa mit einem Faustschlag schwere Gesichtsverletzungen zugefügt, nachdem sie ihn angespuckt hatte (tz berichtete). In zweiter Instanz bestätigte das Gericht das Urteil und erhöhte die Geldauflage von 3000 auf 4000 Euro. Das Disziplinarverfahren steht noch aus und ebenso die Klärung der Frage, ob und in welcher Höhe sich der Beamte an der Entschädigungszahlung für Teresa Z. beteiligen muss. Auch in welchem Umfang Frank W. degradiert wird und seine Bezüge gekürzt werden, muss das Verwaltungsgericht entscheiden.

Polizist Frank W. arbeitet wieder.

Nach mehreren Gesprächen mit Frank W. traf Polizeipräsident Hubertus Andrä im Juli die Entscheidung, den Beamten nicht endgültig aus dem Dienst zu entfernen. Er darf wieder im Polizeipräsidium arbeiten – allerdings nur im Innendienst. Teresas Anwalt Franz J. Erlmeier kritisierte die Entscheidung des Polizeipräsidenten scharf. Hubertus Andrä dagegen ist der Ansicht, dass Frank W. eine zweite Chance verdient habe. Zumal das Gericht in der Urteilsbegründung betont hatte, dass Frank W.s Ausraster „ein Augenblicksversagen“ ohne Wiederholungsgefahr gewesen sei.

Dorita Plange

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