Polizisten bei Einsatz mit kreativer Tarnung

+
Ein Blick auf den neuen Südfriedhof

München - Um einen Mann festzunehmen, haben sich Ermittler eine kreative Tarnung ausgedacht und eine Beerdigung besucht. Ein Polizeisprecher wehrt sich nun gegen aufkommende Kritik.

Aus ganz Deutschland und Europa waren sie angereist, um Bozena K. (55) am Mittwoch die letzte Ehre zu geben. Unter rund 300 Trauergästen war auch ein Mann (26), der wegen Betrugs mit Haftbefehl gesucht wurde. Zu fünf Jahren Gefängnis hatte ihn ein Gericht verurteilt. Die Polizei war verdeckt zur Stelle, getarnt als Friedhofswärter. Die Festnahme endete in einem großen Polizeieinsatz.

Was man nie zu Polizisten sagen sollte

Was man nie zu Polizisten sagen sollte

Die verfeindeten Familien hatten zur Beerdigung eine Art Waffenstillstand vereinbart. Als die Beamte den Betrüger auf dem Parkplatz des Neuen Südfriedhofs festgenommen hatten, gab es kein Halten mehr. Die Großfamilie des Festgenommenen vermutete offenbar einen Verräter in den Reihen einer verfeindeten Familie. Sie rückten angeblich mit Maschinenpistolen an. Als Streifenwagen vor Ort auftauchten, waren die Männer jedoch verschwunden. Pastor Ruven Agtsch (61) ist empört: „Auf einer Beerdigung macht man keinen solchen Zugriff.“ Ein Polizeisprecher sagt: „Wir mussten zugreifen, weil der Gesuchte sich entfernen wollte.“

tz

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare