Porsche-Fahrer raubt die eigene Mutter aus

+
Andreas F. schlug seine Mutter

München - Immer wenn Porsche-Fahrer Andreas F. (40) Geld brauchte, ging er zur Mama. Wenn die 66-jährige Geschäftsfrau ihm keines herausrückte, verprügelte er sie!

Er raste mit dem Porsche herum, viel zu schnell und alles andere als nüchtern. Andreas F. (40) hat noch viel mehr auf dem Kerbholz: Immer wenn der flotte Andy Geld brauchte, ging er zur Mama. Wenn die 66-jährige Geschäftsfrau ihm keines herausrückte, verprügelte er sie!

Der Spross einer angesehenen Kaufmannsfamilie in Pasing hält sich noch immer für den Größten: „Ich bin auch Erbe“, betont er vor Gericht. Finanziell war es ihm in der Tat lange gut gegangen. Er arbeitete in Vaters Firma, die Geschäfte liefen prächtig.

Bis zum Jahr 2000. Andreas F. war mit seinem Vater in der Schweiz unterwegs. Er hatte einen Termin beim Staatsanwalt, eine Drogen-Geschichte. Er lenkte das Fahrzeug, fuhr wohl viel zu schnell. Geblendet von einem entgegenkommenden Auto, verlor er die Beherrschung über sein Fahrzeug. Bei dem Unfall kam der Vater ums Leben. Er saß auf dem Beifahrersitz.

Dieses Unglück habe ihren Sohn völlig aus der Bahn geworfen, berichtete die Mutter am Freitag im Zeugenstand. Während sie versucht hatte, das Geschäft zu retten und durch Notverkäufe von Immobilien einen Schuldenberg von mehreren Millionen Euro abzubauen, sei Andreas zunehmend dem Alkohol verfallen. Ihr Bub leide unter Schuldgefühlen und sei psychotisch geworden.

Inzwischen arbeitet Andreas F. so gut wie nichts mehr und fristet sein Dasein mit 700 Euro Frührente monatlich. Das würde zum Leben schon reichen. Doch für seinen Porsche und seinen Alkoholkonsum reicht es nicht.

Immer wenn er kein Geld hatte, suchte er die Mama auf. Sie unterstützt ihn zwar auch regelmäßig, allerdings nur mit maximal 20 Euro, damit er nicht gleich alles versäuft. Deshalb mault er sie auch vor Gericht an: „Nur Kleingeld habe ich von dir gekriegt.“

Reichte es ihm nicht, wurde er gewalttätig. Er schlug sie, trat auf sie ein, stieß sie gegen Verkaufs­regale. „Das hat er immer gemacht, wenn er betrunken war“, sagt die Mutter. „Für uns war es schlimm. Die Polizei hat ihn zum Ausnüchtern mitgenommen, und am nächsten Tag ging es wieder los.“

Nach dem letzten Überfall auf seine Mutter am 12. November 2009 wurde Andreas F. verhaftet. Inzwischen ist er in der Psychiatrie in Haar untergebracht, wo er nach dem Willen der Staatsanwaltschaft auch noch länger bleiben soll. Er will freilich so rasch wie möglich wieder raus. Vor Gericht beschwert er sich, dass man ihn in Haar nicht arbeiten lasse. Seine Ärztin, die als Gutachterin geladen ist, zum Angeklagten: „Sie haben doch gesagt, dass Arbeit unter Ihrer Würde ist.“

Seinen Traum auf ein Millionenerbe hat er noch nicht aufgegeben: „Dies ist auch mein Laden!“ Der Prozess geht weiter.

Von E. Unfried

Auch interessant

Kommentare