Portugal-Prozess: Opfer biss Angeklagten

München - Laut einem Gutachten stammte eine Wunde des mutmaßlichen Doppelmörders von Portugal von einem Biss eines Opfers.

Der 45-Jährige hatte bei seiner Rückkehr eine Bisswunde, die bei der Gegenwehr der Frau entstanden sein dürfte. Der Gipsabdruck des Gebisses mit einer „etwas schrägen Zahnstellung“ lasse sich mit der Narbe in Einklang bringen, zeigte die Zahnmedizinerin des Münchner Instituts für Rechtsmedizin, Gabriele Lindemaier, am Montag in dem Mordprozess anhand von Videoaufnahmen. Es sei „ein sehr tiefer Biss“ gewesen, der „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ von den Zähnen der Frau stamme.

Der Angeklagte muss sich vor dem Münchner Landgericht verantworten, weil er Mitte Juli 2010 seine 30 Jahre alte Ex-Freundin an der Algarve im Meer ertränkt haben soll. Auch das gemeinsame knapp zweijährige Kind soll er später auf unbekannte Weise getötet haben, um seine Vaterschaft verborgen zu halten und sich der Unterhaltspflicht zu entziehen. Bei seiner Festnahme hatte er eine mehrere Tage alte Bisswunde am linken Unterarm.

Das tote Kleinkind war erst nach Monaten in etwa 40 Kilometer Entfernung in den Felsklippen gefunden worden. Der Zustand der Leiche ließ eine Ermittlung der Todesursache nicht mehr zu.

Ein einheimischer Augenzeuge will beobachtet haben, wie der Angeklagte die junge Frau morgens an dem schwer zugänglichen Strand „Praia do Canavial“ mehrmals unter Wasser gedrückt hat. Der Prozess wird fortgesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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