Briefkästen reduziert: Hier geht die Post nicht mehr ab!

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Peter Notz (72) am Briefkasten in der Sendlinger Fallstraße - sonntags wird nicht mehr geleert.

München - Wegen schlechter Auslastung hat die Post die Zahl der gelben Kästen im Stadtgebiet reduziert. Sonntags-Leerung findet nur noch an jedem fünften Briefkasten statt. Das ärgert Menschen wie Peter Notz ganz besonders.

Wenn Peter Notz (72) am Briefkasten in der Fallstraße in Sendling vorbeigeht, steigt sein Puls. Der rote Punkt ist weg! „Hier und auch an anderen Briefkästen im Viertel gibt’s keine Sonn- und Feiertagsleerung mehr“, sagt der Rentner wütend.„Das ist eine Frechheit - gerade für uns Senioren!“ Sie trifft der Sparkurs der Post am härtesten. Notz beklagt, dass die Anlaufwege bis zu einem Briefkasten, der die Sendung eventuell noch am kommenden Tag beim Empfänger zustellt, nun viel länger sind. „Für gehbehinderte oder andere eingeschränkte Personen sind sie  einfach zu lang.“

Die tz hat bei der Post nachgehakt - und die gibt zu: „Wir haben in der Tat Anfang Juni die Zahl dieser Briefkästen im Stadtgebiet reduziert“, sagt Sprecher Dieter Nawrath. „Wir müssen wie jedes andere Unternehmen wirtschaftlich arbeiten - und eine Überprüfung hatte übergeben, dass viele Briefkästen einfach zu schlecht ausgelastet sind. In einigen lagen am Sonntag nur fünf oder sechs Briefe drin.“ Die Folge: Jetzt wird statt wie zuvor jeder vierte nur noch jeder fünfte der 800 gelben Kästen in München am Sonn- und Feiertag geleert - also rund 160 statt bislang 200. „Da wir für jeden Briefkasten einzeln entschieden haben“, erklärt Dieter Nawrath, „kann diese Reduzierung manche Stadtteile mehr als andere betreffen.“ Er versichert aber, dass es in jedem Viertel weiterhin Anlaufstellen mit rotem Punkt gäbe - „in jedem Fall bei den Postfilialen.“

Wer Infos zu seinem Stamm-Briefkasten haben will, könne diese unter der Service-Hotline 0180/ 2 33 33 oder im Internet bekommen. Bei den Nachtleerungen hat es laut Postsprecher zumindest in jüngster Zeit keine Reduzierung gegeben. Hier sieht es laut Berliner Morgenpost in München aber ohnehin sehr schlecht aus: Während demnach zum Beispiel 70 Kästen in Hamburg diesen Service anbieten würden, seien es in der Landeshauptstadt nur 13. Weniger Leerung wegen weniger Briefen - Rentner Peter Notz reicht diese Erklärung nicht aus: „Für Senioren wie mich, die kein Internet besitzen und daher keine E-Mails verschicken, ist das einfach ungerecht. Ich verschicke genauso viele Briefe wie früher - und bin jetzt der Leidtragende!“

Nina Bautz

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