Paketzentralen: Mitarbeiter im Ausstand

Post-Streik! Wie viel bleibt liegen?

München - Wer auf einen Brief oder ein Päckchen wartet, muss sich gedulden: Die Mitarbeiter der Post streiken. Etwa 100.000 Briefe bleiben liegen.

Die Postler wollen statt 38,5 künftig 36 Stunden pro Woche arbeiten. Bis Dienstag sind Beschäftigte aller Zustellbasen für Pakete in München in den Ausstand getreten, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt. „Wir wollen Druck ausüben, deshalb werden die großen Stützpunkte bestreikt“, sagt Matthias Knüttel, Gewerkschaftssekretär von Verdi.

Insgesamt beteiligen sich etwa 200 Angestellte. Dadurch würden bis zu 30.000 Pakete liegen bleiben. Zusätzlich werden in einigen Bezirken keine Briefe ausgetragen, etwa 100.000 gesamt. Zwischen dem Unternehmen und Verdi knallt’s – jetzt geht die Post ab. „Wir wissen, dass der Arbeitgeber Druck auf die Angestellten ausübt“, sagt Knüttel.

In Ottobrunn habe die Post den Mitarbeitern gedroht, Urlaubszeiten zu verschieben, sollten sie streiken. Das sagt ein Sprecher der Verdi-Betriebsgruppe Brief München. Außerdem seien im Briefzentrum Beamte aus der Verwaltung eingesprungen. Deren Einsatz ist möglicherweise nicht erlaubt, weil der Staat im Falle eines Streiks nicht besser dastehen darf als private Firmen. Die Post wies die Vorwürfe zurück – alles sei rechtmäßig. Dieter Nawrath, Sprecher der Post in München, sagte, am Freitag seien die meisten Sendungen zugestellt worden. Und deutschlandweit seien 95 Prozent der Sendungen ihren Empfängern übergeben worden.

Was liegen bleibt, müssen die Zusteller nach dem Streik so schnell wie möglich verteilen. Einer von ihnen ist Matthias Will (47). „Ich habe Angst um meine Zukunft“, sagt der streikende Paketzusteller. Seine Furcht: Die neu gegründete Tochterfirma Delivery könnte die Post irgendwann schlucken. „Und dann werden wir alle schlechter bezahlt.“

Auch hier gibt’s Ärger

Kitas bleiben dicht

Die Kitas in München bleiben geschlossen. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) kritisiert, dass die Gewerkschaft Verdi die Erzieherinnen nur als „arm“ darstellen würde. Im Vergleich mit anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sei das Gehalt nicht zu gering. Deshalb will der KAV nur für Erzieher mit besonderen Aufgaben mehr zahlen. Das ist Verdi zu wenig.

Gastronomie stöhnt

Vom Koch bis zum Kellner: Die Beschäftigten in der Gastronomie leiden unter den vielen Überstunden. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten. Im Mai drohe wegen der Feiertage ein Marathon. Die rund 35 000 Arbeitskräfte in München müssten oft unbezahlt länger arbeiten. Deshalb rät die Gewerkschaft: Überstunden aufschreiben und einfordern.

Verena Usleber

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter
Nach Liebesspiel in der U-Bahn: Das sagt ein MVG-Mitarbeiter

Kommentare