Preis-Explosion: Immobilien um 15 Prozent teurer

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Immer weniger Münchner können sich eine Eigentumswohnung leisten – der Durchschnitts-Preis ist inzwischen auf 355 000 Euro angestiegen.

München - Teuer, teurer, unbezahlbar. Die Preise auf dem Münchner Immobilienmarkt werden immer bizarrer. Die tz gibt einen Überblick.

Das ergab der Jahresbericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte der Landeshauptstadt München für das Jahr 2011.

Alle 17 480 abgeschlossenenen Verträge (Vorjahr: 16 700) wurden darin ausgewertet. Die schockierenden Zahlen: Neubau-Eigentumswohnungen sind rund zehn Prozent teurer als noch im Vorjahr, ebenso die Kaufpreise von Bestandswohnungen. Reihen- und Doppelhaushälften kosten sogar bis zu 15 Prozent mehr als 2010. „Die Nachfrage nach nach Wohneigentumist riesig“, sagt Helmut Thiele, Vorsitzender des Gutachterausschusses. Rechnet man alle Kaufpreise für Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen zusammen, wurden im Jahr 2011 rund 9,3 Milliarden Euro investiert – mit 22 Prozent fast ein Viertel mehr als noch 2010. „Mehr Geld ist nie geflossen in die Münchner Immobilienwirtschaft“, sagt Thiele. Die tz erklärt die Immo-Fakten:

Grundstückspreise:

Unbebaute Grundstücke für Ein- bis Mehrfamilienhäuser kosteten im Schnitt 630 000 Euro (!) – 851 Objekte wurden 2011 verkauft. Das teuerste sogar 22 Millionen. Für Geschoss-Wohnbauten lag der reine Grundstückspreis sogar bei 4,5 Millionen Euro. Baulandpreise für Einfamilienhäuser kamen durchschnittlich auf 1150 bis 2600 Euro, das teuerste (in Bogenhausen) auf 5600 Euro – pro Quadratmeter!

Die Hauskauf-Preise:

Das teuerste Haus mit Grundstück 2011 kostete 7,1 Millionen Euro (Villa in Bogenhausen), freistehende Einfamilienhäuser im Schnitt zwischen 530 000 Euro und 1,55 Millionen. Reiheneckhäuser kamen auf 540 000, Reihenmittelhäuser auf 480 000 und Doppelhaushälften auf 620 000 Euro (jeweils Neubau).

Eigentumswohnungen:

Der Durchschnittspreis lag 2011 bei 355 000 Euro, 4400 Euro kostete der Quadratmeter – in bester Wohnlage sogar 6700 Euro! Der teuerste Verkaufspreis lag bei 3,4 Millionen (Nymphenburg), der höchste Quadratmeterpreis bei 25 000 Euro (Gärtnerplatz). Und: Es gibt 19 Prozent mehr Neubauten in München. Von zu wenig Wohnraum kann also keine Rede sein – er ist nur nicht mehr bezahlbar!

Alle Stadtviertel-Preise im Überblick

Andreas Thieme,Steffi Brendebach

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