Wertschätzung für heimische Milch

Preisdruck für Milchbauern bleibt hoch

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Heimische Milch und Milchprodukte haben einen guten Ruf, doch Qualität hat auch ihren Preis.

Mit kaum einem anderen Lebensmittel verbindet der Mensch mehr Natur, Ursprünglichkeit und Regionalität als mit Milch – die wie Butter und Käse wie selbstverständlich zu unseren Grundnahrungsmitteln gehört.

Seit zwei Jahren kennt der Milchpreis nur eine Richtung: nach unten. Müssen die Bauern schon seit längerem mit Preisschwankungen leben – diese Phase sinkender Preise belastet sie bereits besonders lang. So sanken die Auszahlungspreise in Bayern von Januar 2014 bis August 2015 um über 11 Cent je Kilogramm oder 27 Prozent.

Milchwirtschaft in Bayern hat eine lange Tradition.

Dabei hat die Milchwirtschaft in Bayern nicht nur eine lange Tradition, sondern sie ist auch wirtschaftlich von großer Bedeutung. Mit über 16.000 Beschäftigten in den Molkereiunternehmen und einem Umsatz von 10,7 Milliarden Euro im letzten Jahr dominiert die Milchwirtschaft wie kein anderer Agrarbereich die Land- und Ernährungswirtschaft Bayerns, mit einem Anteil von rund einem Viertel am gesamten Produktionswert der Landwirtschaft und einem guten Drittel am Umsatz des Produzierenden Ernährungsgewerbes. Ein Viertel der deutschen Milch kommt aus Bayern, der Freistaat produziert deutlich mehr, als die Bayern selbst verbrauchen – bei der Milch ist es das 1,7-fache des Eigenverbrauches, bei Käse ist es sogar das 3,3-fache. Bayern ist da her schon jeher Exportland für Milch und Milchprodukte, und damit auch abhängig von den Weltmärkten. Hauptabnahmeland ist traditionell Italien. Allerdings importiert Russland keine westlichen Produkte mehr und die Nachfrage aus China für Milchpulver ist stark zurückgegangen, während der Wettbewerb innerhalb der Europäischen Union zunimmt.

 Heimische Milch und Milchprodukte haben einen guten Ruf, doch Qualität hat auch ihren Preis.

Positiv ist, dass besondere Produktqualitäten und Spezialitäten in Bayern nicht nur Tradition haben – sie entschärfen auch die Abhängigkeit von Marktschwankungen. Vor allem die Käseherstellung wurde in den letzten Jahrzehnten in Bayern stark ausgebaut. Jeder zweite Liter wird im Freistaat zu Käse „veredelt“. Veredlung und Qualität kommen auch bei den Verbrauchern gut an – die Nachfrage nach Käse ist beispielsweise in den letzten Jahren deutlich gestiegen. 1,22 Millionen Kühe von 33.000 Bauern, rund 20.000 davon im Haupterwerb, liefern Tag für Tag das hochwertige Lebensmittel. Diese Zahlen zeigen, dass die Milchwirtschaft in Bayern relativ klein strukturiert ist. Über 40 Prozent der deutschen Milchbauern produzieren in Bayern ein Viertel der Milch Deutschlands. Die traditionellen Strukturen sorgen aber nicht nur für ein breites Produktangebot mit regionaler Vielfalt – darüber hinaus bewahren sie auch traditionelle Strukturen und helfen mit, die gewachsenen Lebens- und Natur-Räume zu er halten: So wären etwa ohne die Nutzung der Wiesen die Alpen und das Mittelgebirge innerhalb weniger Jahre mit Büschen bedeckt. Die Vorteile der Milchwirtschaft für Bürger und Verbraucher liegen auf der Hand, gerade durch die in Bayern einzigartige regionale Verwurzelung von Milchgewinnung und -verarbeitung. Ebenso deutlich ist allerdings die Herausforderung für Milchbauern, ein adäquates Entgelt zu bekommen.

Bayern – Milchland Nr.1 in Deutschland

Deutschland Bayern
Anzahl der Kühe 4,27 Millionen 1,22 Millionen
Milchbauern 79.500 33.000
Milchmenge 31,4 Mio. Tonnen 7,7 Mio. Tonnen

Zahlen für 2014, Quelle: LfL, Landesamt für Statistik

 

Milchpreise im freien Fall

2013 2014 2015
Auszahlung für Kuhmilch an Bauern pro Kilo Milch in Eurocent, netto 37,40 38,75 < 31,5 (geschätzt)

Quelle: LfL

 

Bayern: Milch dominiert den Agrarbereich

Wirtschaftszweig Umsatz in Bayern 2014 in Mrd. Euro
Milchverarbeitung 10,7
Fleischverarbeitung 4,6
Backwarenherstellung 2,7
Bierherstellung 2,1
Übriges Ernährungsgewerbe 7,7

Quelle: Landesamt für Statistik

Weitere Informationen erhalten Sie unter: 

Agentur für Lebensmittel - Produkte aus Bayern

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Ludwigstraße 2, 80539 München  

E-Mail: info@alp.bayern.de

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